An den Börsen ging es am Montag drunter und drüber. Am Vormittag noch im freien Fall, drehten ATX und Dax plötzlich ins Plus. Auslöser war ein Posting von US-Präsident Donald Trump: Er sprach von möglichen Gesprächen mit Teheran und stellte Angriffe auf Energieanlagen vorerst zurück. Die Hoffnung auf Entspannung ließ auch Öl- und Gaspreise sinken.
Doch während Aktien kurzfristig zulegen konnten, verlor ein klassischer Krisengewinner deutlich an Wert: Gold. Innerhalb von nur drei Wochen sackte der Preis um mehr als 18 Prozent ab, allein in einer Woche um 15 Prozent – der stärkste Rückgang seit über 40 Jahren. Eine Feinunze kostet aktuell nur noch rund 4.370 Dollar. Noch härter traf es Silber, das seit Kriegsbeginn mehr als 30 Prozent eingebüßt hat.
Warum also verliert ausgerechnet jetzt der "sichere Hafen" an Glanz? Die Antwort liegt bei den Zinsen. Steigende Energiepreise treiben die Inflation nach oben. Das erhöht den Druck auf Notenbanken wie EZB und Fed, die Leitzinsen anzuheben. Und genau hier liegt das Problem: Gold wirft keine Zinsen ab und wird bei steigenden Renditen unattraktiver.
Analysten sehen noch einen weiteren Grund: Der starke Preisanstieg zuvor habe die Krise bereits vorweggenommen. Zudem könnten Staaten aktuell Gold verkaufen, um liquide Mittel zu sichern.
Die Zeichen stehen jedenfalls auf weitere Zinsschritte. Experten erwarten, dass die EZB ihren Einlagensatz bis Herbst deutlich anhebt. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die Internationale Energieagentur warnt sogar vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten.
Sollte sich der Konflikt weiter zuspitzen und wichtige Handelsrouten blockiert bleiben, drohen der Weltwirtschaft schwere Folgen. Auch Österreich könnte dann nur noch ein Mini-Wachstum schaffen.