Excel-Konkurrent

Google will Spreadsheets mit KI vollständig umkrempeln

Googles Sheets-Chef erklärt, wie künstliche Intelligenz die Tabellenkalkulation für alle zugänglich machen soll.
Digital  Heute
28.07.2026, 21:41
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Rund 50 Jahre nach der Einführung von VisiCalc, der ersten Tabellenkalkulation, plant Google eine Revolution in der Spreadsheet-Welt. Während viele Wissensarbeiter bis heute die fortgeschrittenen Funktionen von Sheets oder Excel nicht beherrschen, soll künstliche Intelligenz das ändern.

Die generativen KI-Funktionen in Google Sheets wurden seit der Einführung von Gemini 2023 stetig weiterentwickelt. Laut einer Google-Umfrage unter 200 Nutzern sparen 89 Prozent damit mindestens eine Stunde pro Woche.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Eric Birnbaum, Director of Product Management für Google Sheets, erklärt im Interview mit der "Computerwoche": "Mit natürlichsprachlichen Interfaces werden Analysefähigkeiten und technische Skills voneinander getrennt. Wer Gemini in Sheets die richtigen Anweisungen gibt, kann seine Spreadsheet-Ziele auch mit minimalen Kenntnissen erreichen."

80 Prozent der Zeit für Routinearbeit

Schätzungen zufolge haben Datenprofis bislang 80 Prozent ihrer Zeit für mechanische Grundlagenarbeit aufgewendet – Daten bereinigen, Formeln erstellen, Fehler beheben. Für strategische Entscheidungen blieben nur 20 Prozent. Google will dieses Verhältnis umkehren.

Der neue "Sheets Gemini Agent" erstellt detaillierte Aktionspläne, die Nutzer prüfen müssen, bevor Daten bearbeitet werden. Das Modell erklärt auch komplexe Formeln in einfacher Sprache. "Ein falsch gesetztes Komma kann dazu führen, dass ganze Finanzmodelle unbrauchbar werden", warnt Birnbaum.

Spreadsheets werden zu Mini-Apps

Für die Zukunft sieht Birnbaum Tabellenkalkulationen als dynamische Softwareanwendungen: Mitarbeiter könnten bald mit KI-Hilfe im Handumdrehen ein simples CRM oder ein Supply-Chain-Dashboard aufsetzen.

Trotz aller KI-Fortschritte betont der Sheets-Chef: "KI kann Datenanalysten nicht ersetzen. Aber ihnen mehr Zeit für die wirklich wertvollen Tasks verschaffen." Die Analysten seien dank der Auslagerung von Routinearbeiten an die KI produktiver als je zuvor.

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