Wie im Vorjahr droht der Formel-1-Lauf in Bahrain abgesagt zu werden. Mehrere Teams haben Angst vor Terroranschlägen und sind für eine Verschiebung, doch mit ihren Forderungen beißen sie bei Bernie Ecclestone auf Granit. Bis Sonntag soll eine endgültige Entscheidung fallen.
Wie im Vorjahr droht der Formel-1-Lauf in Bahrain (22. April) abgesagt zu werden. Mehrere Teams haben Angst vor Terroranschlägen und sind für eine Verschiebung, doch mit ihren Forderungen beißen sie bei Bernie Ecclestone auf Granit. Bis Sonntag soll eine endgültige Entscheidung fallen.
Nach wie vor herrschen in Bahrain politische Unruhen. Demonstranten gehen für mehr Bürgerrechte auf die Straße, das Königshaus lässt die Kundgebungen von der Polizei niederschlagen. Unzählige Verletzte und mehrere Tote haben die Proteste seit Beginn des "arabischen Frühlings" vor mehr als einem Jahr gefordert.
Im Vorjahr wurde angesichts der unsicheren Lage das Rennen abgesagt. Und auch in diesem Jahr wäre es den meisten Teams lieber, wenn die Formel 1 einen Bogen um Bahrain machen würde. Denn die Angst vor Anschlägen durch Terroristen oder Störaktionen durch Demonstranten wächst.
Ecclestone hat Tipps für Demonstranten
Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bekam den Ärger der Bürgerbewegung in Bahrain bereits zu spüren. Sie droht, das Rennen massiv stören zu wollen. Menschenrechtler werfen dem Formel-1-Boss vor, eine Diktatur zu unterstützen. Und damit liegen sie nicht ganz falsch, den das Königshaus will das Großereignis nutzen, um zu demonstrieren, dass in Bahrain alles in Ordnung ist und es friedlich zugeht.Ecclestone zeigte sich davon bislang unbeeindruckt: "Wir werden da sein, wenn sie uns haben wollen. Sie müssen sich doch nur mit Plakaten an die Straße zur Strecke stellen, dann werden sie ihre Botschaft los. Keiner wird auf sie schießen." Doch die Kritik aus den eigenen Reihen wird immer größer, eine neuerliche Absage wird gefordert.
Ecclestone schloss eine erneute Absage des Rennens in Bahrain nicht mehr aus. "Wenn die Teams nicht dorthin wollen, können wir sie nicht zwingen", zitierte die englische Zeitung "The Times" den 81-Jährigen am Dienstag.
Teamchef für Absage
"Es wäre eine schlimme Situation, schlecht für die Formel 1, wenn für das Rennen das Kriegsrecht durchgesetzt werden müsste", warnt Ex-Weltmeister Damon Hill und ein Teamchef, der anonym bleiben will, ergänzte in der britischen Zeitung Guardian: "Wenn ich brutal ehrlich bin, dann können sie dieses Rennen nur ohne Zwischenfall durchziehen, wenn sie es komplett militärisch abschirmen. Das wäre inakzeptabel."
Am Wochenende des Grand Prix von China will Ecclestone bei einem Treffen mit FIA-Präsident Jean Todt eine Entscheidung treffen, ob das Rennen veranstaltet wird. Mittlerweile musste der Brite gegenüber der Times eingestehen: "Wenn die Teams nicht wollen, dann können wir sie nicht dazu zwingen."
Die gleiche Zeitung berichtet auch, dass mehrere Teams ihren Mitarbeitern gleich zwei Flugtickets für Sonntag nach dem China-GP übergeben haben. Eines für einen Flug nach Bahrain, das andere für einen Rückflug in die Heimat.