Sport

Grange holt Slalom-Gold, Hirscher fädelt ein

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:43

Der WM-Traum von Marcel Hirscher ist auf dem Zielhang im Slalom geplatzt. Der Salzburger fädelte in einem engen Rennen auf dem Weg zu einer Medaille wenige Tore vor dem Ziel ein und verpasste das vierte Edelmetall in Beaver Creek. Zum neuen Weltmeister krönte sich zum zweiten Mal nach 2011 Jean-Baptiste Grange. Für den ÖSV setzte es ein Riesendebakel.

Marcel Hirscher war nach dem schwierig gesteckten ersten Durchgang in Führung gelegen, ging als Letzter bei starkem Schneefall in den Kurs und nahm über acht Zehntel Vorsprung mit in den Lauf. Hirscher verwaltete den Vorsprung, ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Führenden Jean-Baptiste Grange zeichnete sich ab. Der Salzburger zog in den Zielhang, versuchte noch einmal Tempo über den Innenski zu machen und fädelte wenige Tore vor der sicheren Medaille ein. 

"So ist es halt. Schlussendlich hat sich das Ergebnis stark gedreht. Am ersten Tag hatte ich in der Super-Kombi Glück, aber so ist es halt", so der 25-Jährige. Auch die schlechte Sicht bei starkem Schneefall trug zum Ausfall bei: "Ich brauch nicht sudern anfangen. Ich hab drei Medaillen. Der Ausfall grad heute ist oarsch, aber so ist es halt."

Grange mit Sensationslauf

Jean-Baptiste Grange krönte sich zum zweiten Mal nach 2011 zum Slalom-Weltmeister. Der Franzose riskierte im schnell gesetzten zweiten Lauf alles, fuhr die engste Linie und nahm den letzten Übergang voll auf Zug. Vom fünften Platz nach dem ersten Lauf katapultierte sich der 30-Jährige mit einer Sensationsfahrt zum Sieg. 

"Es ist unglaublich für mich. Ich hätte nie daran gedacht, heute hier gewinnen zu können. Bei WMs oder Olympia hat man nicht immer das beste Gefühl zwischen den Läufen. Aber ich bin gefahren, wie ich fahren muss, um schnell zu sein. Dass alle hinter mich gefallen sind, ist unglaublich", konnte Grange sein Glück nach dem Rennen kaum glauben.

Deutsche holen zwei Medaillen

Im ersten Durchgang waren sowohl Fritz Dopfer als Sechster, als auch Felix Neureuther unmittelbar dahinter mit ihren Läufen nicht zufrieden. Mit viel Risiko sprang das deutsche Slalom-Duo noch auf das Siegespodest. Fritz Dopfer holte die Silber-, Neureuther die Bronzemedaille. "Es ist immer alles möglich, aber es ist schade, von einem Fehler des Konkurrenten zu profitieren", dachte Neureuther nach dem Rennen an seinen "Spezi" Marcel Hirscher. 

Knapp an den Medaillenrängen vorbei fuhr Henrik Kristoffersen. Der Norweger lag nach beiden Slalom-Durchgängen nur zwei Hundertstel hinter Rang drei. 

Schmach für den ÖSV

Nach dem Ausfall von Marcel Hirscher setzte es für den ÖSV ein Riesendebakel. Durch den Einfädler der einzigen echten Medaillenhoffnung wurde Reinfried Herbst als einziger Österreicher im Ziel Zwölfter. Von fünf gestarteten rot-weiß-roten Läufern fädelten Mario im ersten, bruder Michael und Hirscher im zweiten Lauf ein. Benni Raich schied im ersten Durchgang aus.

Endstand:

 1. Jean-Baptiste Grange (FRA) 1:57,47   

 2. Fritz Dopfer (GER) 1:57,82 +00,35 

 3. Felix Neureuther (GER) 1:58,02 +00,55 

 4. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:58,04 +00,57 

 5. Mattias Hargin (SWE) 1:58,09 +00,62 

 6. Andre Myhrer (SWE) 1:58,21 +00,74 

 7. Markus Larsson (SWE) 1:58,47 +01,00

 8. Alexander Choroschilow (RUS) 1:58,94 +01,47 

 9. Sebastian-Foss Solevaag (NOR) 1:59,78 +02,31 

10. Linus Strasser (GER) 1:59,85 +02,38 

11. Manfred Mölgg (ITA) 2:00,00 +02,53

12. Reinfried Herbst (AUT) 2:00,40 +02,93 

13. Justin Murisier (SUI) 2:00,81 +03,34 

  . Filip Zubcic (CRO) 2:00,81 +03,34 

15. Ivica Kostelic (CRO) 2:00,87 +03,40

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