Wien

Grenzübergreifende Bims und Parkpickerl für Wiens Klima

In 34 Tagen startet das wienweite Parkpickerl. Im heutigen Gemeinderat lobte Verkehrsstadträtin Sima dieses als wichtigen CO2-Einsparer.
Louis Kraft
26.01.2022, 13:12

Am 1. März 2022, also genau in 34 Tagen startet in Wien das flächendeckende Parkpickerl: Damit kommt das Pickerl auch in die Bezirke Donaustadt, Floridsdorf, Hietzing, Liesing und in ganz Simmering. Im Rahmen der Fragestunde der heutigen Gemeinderatssitzung lobte Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) die Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung als "eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupzt, um CO2-Emissionen zu reduzieren".

Tausende PKW-Fahrten wegen Parkpickerl weniger

"Das ist ein Meilenstein für den Klimaschutz, denn diese Maßnahme wird den Verkehr, besonders den Pendlerverkehr reduzieren, mehr Platz für die Wienerinnen und Wiener schaffen und die Lebensqualität weiter erhöhen", erklärte Sima. So sei in allen Bezirken, die bereits das Parkpickerl eingeführt haben, der Autoverkehr deutlich zurückgegangen. Allein mit der Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung im Westen Wiens im Jahr 2012 seien rund 8.000 PKW-Fahrten pro Werktag weniger verzeichnet worden.

Die Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung würden in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fließen, der bereits auf Hochtouren laufe, wie Sima unterstrich: "Wir investieren drei Mal so viel in den Ausbau der Öffis als in Straßenbau und -erhalt. 2021 wurden 503 Millionen Euro in die Öffis investiert – heuer wird es eine Milliarde Euro sein". 

Mobilitätsgarantie für alle

In der vor wenigen Tagen präsentierten Smart Klima City-Rahmenstrategie, wir haben berichtet, gibt die Stadt Wien auch eine Mobilitätsgarantie ab: "In Wien kann man sehr gut mobil sein, ohne ein Auto zu besitzen. Wir setzen auf ein breites Sharing-Angebot, mit den Wiener Linien als Mobilitätsplattform, wir bauen die mobility points intensiv aus und berücksichtigen bei diesen Angeboten vor allem auch die neuen Stadterweiterungsgebiete. Gemeinsam machen wir Wien 2040 klimaneutral", so Sima.

Straßenbahnen überfahren Bundesländergrenzen

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt nicht nur erneuerbare Ressourcen ausbauen und das Radwegenetz in "noch nie dagewesenem Ausmaß" verlängern, sondern auch den Öffentlichen Verkehr erweitern. So sind bereits mehrere bundesländerübergreifende Straßenbahnlinien als Ergänzung der Öffi-Schnellverbindungen in Planung. Darunter etwa eine Straßenbahnlinie nach Schwechat und Groß-Enzersdorf sowie eine Lokalbahn nach Kaltenleutgeben.

Im Bau befindet sich derzeit außerdem die neue Linie U5 und die Erweiterung der Linie U2. "Ein leistungsfähiges Öffi-Netz im Zentrum Wiens ist das Rückgrat für den weiteren Öffi-Ausbau in der Stadt, am Stadtrand und über die Wiener Landesgrenzen hinaus", betont Sima.

Mehr Grün und weniger Verkehr in ganz Wien

Daneben setzt die Stadträtin gezielt auf verkehrsberuhigende Maßnahmen und die Begrünung und Kühlung von Straßen und Plätzen, um die Aufenthaltsqualität für die Wiener zu verbessern. Unter dem "Raus aus dem Asphalt" werden überall in Wien Umgestaltungen von Straßen und Plätzen mit mehr Grün, Wasserspielen, Nebelstelen vorgenommen. Als aktuelles Beispiel nennt Sima den Praterstern (Leopoldstadt), bei dem etwa die Anzahl der Bäume auf mehr als 100 verdoppelt wird.

Bereits abgeschlossen wurde die Umgestaltung der Ottakringer Thaliastraße zu einem "Klimaboulevard". Weniger Verkehr und mehr Grün ist auch die Idee hinter Wiens erstem Supergrätzl, das gerade in Wien Favoriten entsteht.

Machbarkeitsstudie für verkehrsberuhigte Innenstadt läuft

Weiter offen ist jedoch die Frage, wie die Innere Stadt verkehrsberuhigt werden kann. Wie berichtet, gab läuft im Auftrag von Bezirk und Stadt aktuell eine Machbarkeitsstudie für ein kamerabasiertes Zufahrtsmanagement Ziel ist es, nur mehr Bewohnern, Lieferverkehr und städtische Dienste wie die etwa die MA48 zufahren zu lassen. Alle anderen sollen die öffentlichen Garagen nützen, wenn sie in die Innenstadt einfahren.

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