Erst hieß es, bei dem Einsatz handelte es sich um eine "unklare Rauchentwicklung im Dachgeschoss eines Mehrparteienhauses". Doch schon kurz nach dem Eintreffen der ersten Feuerwehren war klar – die Situation ist ernster als gedacht.
Die Alarmstufe wurde rasch erhöht, weitere Kräfte rückten nach. Während sich Atemschutztrupps vorsichtig ins verrauchte Dachgeschoss vortasteten, wurden mehrere Bewohner und auch zwei Katzen in Sicherheit gebracht. Die Sicht war schlecht, die Lage unübersichtlich. Erst später wurde klar: Das Feuer fraß sich auch durch die Zwischendecke des Dachbodens.
Dann der Schreckmoment: Es kam zu einer Durchzündung – innerhalb von Sekunden breitete sich das Feuer über das gesamte Geschoss aus. Für die Kräfte im Inneren wurde der Einsatz ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein Atemschutztrupp konnte sich gerade noch rechtzeitig retten.
Auch von außen wurde massiv gegen die Flammen gekämpft – unterstützt von einem Hubrettungsgerät aus Langenlois. Eine Drohne mit Wärmebildkamera lieferte wichtige Bilder aus der Luft und half, versteckte Glutnester aufzuspüren.
Um den Brand in den Griff zu bekommen, musste das Dach großflächig geöffnet werden. Mit Motorkettensägen arbeiteten sich die Feuerwehrleute durch die Dachhaut. Schließlich gelang es, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig wurde alles getan, um den Schaden durch Löschwasser so gering wie möglich zu halten.
Für zwei Feuerwehrleute endete der Einsatz im Krankenhaus. Die Feuerwehr Krems an der Donau gibt bekannt: "Ein Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr stürzte im Zuge der Durchzündung bei der Flucht. Er wurde zur Kontrolle ins Universitätsklinikum Krems gebracht, blieb jedoch unverletzt." Ein weiteres Mitglied erlitt einen Schwächeanfall.
Insgesamt standen 64 Mitglieder der Feuerwehr Krems sowie 103 weitere Einsatzkräfte im Einsatz. Rund sechs Stunden dauerte der Kampf gegen das Feuer – und selbst danach war noch nicht Schluss. Zweimal rückten Kräfte erneut aus, um sicherzugehen, dass keine Glut mehr aufflammte.