Nach dem Gewaltverbrechen in der kleinen Gemeinde Sooß im Bezirk Baden kommen weitere Hintergründe ans Licht. Der 47-jährige Tatverdächtige und das 38-jährige Opfer haben gemeinsam vier minderjährige Kinder.
Nach der Trennung im Jahr 2019 blieb die Frau mit den Kindern im Einfamilienhaus. Für den Mann galt laut "Heute"-Informationen ein Annäherungs- und Kontaktverbot - ein Jahr lang durfte er seine Kinder nicht sehen.
Trotz der Trennung soll der 47-Jährige den Kontakt gesucht haben. Wie der KURIER berichtet, soll der tatverdächtige Mann seine Ehefrau wiederholt verfolgt und ihr auch bei der Arbeit aufgelauert haben. Anzeigen dazu soll es jedoch nicht gegeben haben.
Laut Staatsanwaltschaft lagen zudem keine einschlägigen Vorstrafen vor. Am Ostersonntag eskalierte schließlich die Situation schließlich. Während die Kinder unterwegs waren, soll der Mann die Frau im Haus angegriffen haben.
Wie der Obduktionsbericht nun zeigt, soll der Mann insgesamt drei Schüsse auf die 38-Jährige abgegeben haben – die Kugeln trafen die vierfache Mutter in Kopf, Hals und Brustbereich. Doch die Schüsse waren laut dem Ergebnis der Autopsie nicht tödlich.
Nach den Schüssen soll der tatverdächtige Ehemann die Frau mit einem Schraubenzieher angegriffen und mehrmals auf sie eingestochen haben. Zehn Mal soll der 47-Jährige auf die Frau eingestochen haben, berichtet die "Kronen Zeitung".
Danach brachte er die Leiche in den Garten und versuchte, sie unter Grünschnitt zu verstecken. Als eines der Kinder auftauchte, soll er zunächst von einem "Fremden" gesprochen haben. Auch gegenüber der Polizei hielt er diese Version kurz aufrecht.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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In der Einvernahme verwickelte sich der Mann jedoch in Widersprüche und legte schließlich ein Geständnis ab. Die Tatwaffe, eine 9-Millimeter-Pistole, wurde bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt. Auch der Schraubenzieher konnte mittlerweile gefunden werden.
Der Mann sitzt mittlerweile in Wiener Neustadt in Haft. In den Einvernahmen zeigt er sich laut Bericht emotionslos und liefert laut "Krone" eine Begründung, die sprachlos macht. "Ich musste meine Kinder vor dem Verderben retten."
Er behauptet zudem, seine Ehefrau sei von "schwarzer Magie" besessen gewesen und habe die gemeinsamen Kinder beeinflusst, heißt es in dem Bericht weiter. Auch von einer besonderen Verbindung zu Gott und Engeln ist die Rede.
Die Ermittlungen und Einvernahmen der Polizei laufen weiterhin auf Hochtouren – für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.