Dieses Formel-1-Design sorgt für heftige Diskussionen. Williams fährt beim Grand Prix von Spanien auf dem neuen Madring mit einer historischen Sonderlackierung. Ausgerechnet am Wochenende des 25. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 erinnert diese jedoch auch an ein brisantes Kapitel der Teamgeschichte.
Die Farben Weiß, Grün und Dunkelblau orientieren sich am Williams-Boliden aus dem Jahr 1981. Damals gastierte die Formel 1 letztmals in Madrid, auf dem Kurs in Jarama, zudem gewann Williams in dieser Saison die Konstrukteurs-WM. Zu jener Zeit wurde der Rennstall allerdings auch von einer Hotelkette der Familie bin Laden unterstützt. Gegründet wurde diese von Muhammad bin Awad bin Laden, dem Vater des späteren Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden.
Zwar war der Schriftzug "bin Laden" 1981 nicht mehr auf dem Williams zu sehen, das Unternehmen blieb aber Sponsor. In den sozialen Medien tauchten nun Bilder eines Williams aus dem Jahr 1979 auf, auf dem der Name deutlich auf dem Auto zu erkennen ist. Die Verbindung sorgt angesichts des Datums für Empörung.
"Am Wochenende des 11. September auf die Familie bin Laden anzuspielen, ist absolut geschmacklos. Schämt euch!", schreibt ein User. Auch Motorsport-Journalist Will Buxton kritisierte die Wahl des Zeitpunkts – unabhängig davon, wie gut gemeint oder schön die historische Lackierung sei.
Williams selbst stellt einen völlig anderen Zusammenhang her. Das Sonderdesign soll die Vergangenheit des Rennstalls mit der Gegenwart verbinden und auch den Wissenstransfer zwischen den Generationen der Mitarbeiter symbolisieren.
Teamchef James Vowles ist stolz auf die Aktion: "Unsere Mission, wieder an die Spitze des Feldes zurückzukehren, leitet sich ab aus allem, was wir in der Vergangenheit geleistet haben." Aus den früheren Erfolgen wolle Williams Inspiration und Erkenntnisse für die Zukunft ziehen.