Zahlreiche zivile und uniformierte Beamte standen gemeinsam mit der Sondereinsatzgruppe SIG (Schnelle Interventionsgruppe) im Einsatz. Mehrere Objekte im Stadtgebiet wurden gleichzeitig observiert.
Gegen 22.30 Uhr erfolgte in der Wiener Straße der erste Zugriff. Schwer bewaffnete SIG-Beamte mit automatischen Waffen, Helmen und entsprechender Schutzausrüstung stürmten eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus.
Parallel dazu wurden weitere Adressen überwacht, teilweise auch unter Einsatz einer Drohne.
Kurz darauf kam es in einem Siedlungsgebiet zu einem weiteren Zugriff. Die Beamten verschafften sich mit einer Tür-Ramme Zutritt zu einem Einfamilienhaus und sicherten das Objekt. Anschließend wurde das Gebäude von Kriminalbeamten durchsucht.
Gegen Mitternacht wurde der laufende Einsatz der Spezialkräfte kurzfristig unterbrochen. In unmittelbarer Nähe – bei einem Juwelier in der Wiener Straße, nur rund hundert Meter von der ersten Hausdurchsuchung entfernt – versuchte ein mit Sturmmaske vermummter Mann in das Geschäftslokal einzubrechen.
Dabei wurde Alarm ausgelöst, woraufhin der Täter flüchtete. Zeugen beobachteten den Vorfall. Nur wenige Minuten später trafen die bereits im Stadtgebiet gebündelten Einsatzkräfte am Tatort ein und durchsuchten den Bereich rund um den Hauptplatz.
Trotz intensiver Fahndung und erneutem Drohneneinsatz konnte der Verdächtige nicht gestellt werden. Der Einbruchsversuch dürfte nach derzeitigen Erkenntnissen in keinem Zusammenhang mit dem laufenden Polizeieinsatz stehen.
Die Polizei bestätigte auf Anfrage den Großeinsatz in Ebreichsdorf. "Im Zuge einer schweren Nötigung mit einer Schusswaffe kam es insgesamt zu vier Hausdurchsuchungen", erklärte Stefan Loidl, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich.
Weitere Details werden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht bekannt gegeben. Wie sich jedoch herausstellte, handelte es sich bei der verwendeten Waffe um eine Schreckschusspistole.