Es sollte der Beginn eines neuen Lebens werden, doch für zwei gerettete Windhunde wurde eine Rastpause in Wiener Neustadt zum lebensgefährlichen Albtraum.
Eine Tierärztin hatte Frau W. von einer Vermehrerin erzählt, die Windhunde in Ungarn unter desaströsen Bedingungen halten würde. Daraufhin fuhr Frau W. am 7. Februar selbst ins Nachbarland und befreite die Windhund-Schwestern "Bonnie" und "Tibby" aus der Vermehrerstelle.
Endlich in Österreich angekommen, sollte alles besser werden. Doch bei einem kurzen Autostopp in Wiener Neustadt passierte das Unfassbare: "Die neue Hundebesitzerin fuhr mit dem Auto zu einem eingezäunten Platz. Da kamen aber beide Hunde auf einmal aus und rannten in ihrer Panik aus einem Loch in der Umzäunung weg. Man hat sie gar nicht mehr gesehen", schildert Regina Drlik von der Hunde-Such-Hilfe Österreich im "Heute"-Gespräch.
In Windeseile waren beide Hunde auf und davon – die Besitzerin hatte keine Chance, sie wiederzufinden. In derselben Nacht kam eine schockierende Nachricht: Eine Lokführerin meldete, dass ein Windhund "in Höhe Holzwurm vom Zug erfasst wurde". Drlik führt aus: "Wir wurden kontaktiert von der Zugführerin. Es war schlimm. 'Mir ist gerade ein Hund vor den Zug gesprungen!', hat mir die Lokführerin berichtet."
Weil kein Hund auf den Gleisen gefunden wurde, bestand die Hoffnung, das Tier verletzt – aber lebend – in der Nähe zu finden. Und tatsächlich: Windhündin "Tibby" lag regungslos im Gebüsch neben den Gleisen. Sie war vom Zug schwer verletzt worden, hatte die ganze Nacht in der Kälte gelegen, bevor sie gefunden wurde. Ihr Zustand war kritisch.
Die Hündin wurde sofort in die Tierklinik Wiener Neustadt gebracht und stabilisiert. Die Diagnose war dramatisch: ein komplizierter Splitter-Trümmerbruch, ein Lungenkollaps, zahlreiche Quetschungen und Prellungen sowie eine Flohbefall-bedingte starke Anämie, also Blutarmut. Die Hunde-Such-Hilfe Österreich gibt jetzt bekannt: "Die Kleine hing tagelang am Tropf und erholt sich zusehends. Sie genießt die Streicheleinheiten, die Ruhe und die Wärme! 'Tibby' frisst brav und hat die komplizierte Pfoten-OP gut überstanden."
Doch während 'Tibby' ums Überleben kämpfte, kam für ihre Schwester jede Hilfe zu spät. Die zweite aus Ungarn transportierte Hündin, 'Bonny', wurde noch am selben Abend auf der Autobahn überfahren und getötet.
Der Tierschutzverein "Hunde-Such-Hilfe Österreich" übernahm 'Tibby' von der kurzfristigen Hundebesitzerin und organisiert nun ihre Versorgung. Der Verein gibt bekannt: "Wir haben die Süße übernommen, da Frau W. sich die Kosten nicht leisten hätte können und uns wirklich wichtig war, dass alles Wichtige für dieses Seelchen gemacht wird und sie in ein wunderschönes, neues Leben starten kann!" Zusätzlich unterstützt wird der Verein dabei vom Windhund-Verein SOS Galgos Austria.
Spendenkonto für "Tibbys" Operation
Kontoinhaber: Hunde-Such-Hilfe
IBAN: AT24 1200 0100 1524 6928
Paypal: [email protected]
Hinweis vom Verein: "Bitte 'An Freunde und Familie' angeben, dann entstehen keine Kosten."
Die Rechnung der Tierarztkosten wird sich auf etwa 6.000 Euro belaufen, erzählt Regina Drlik. Die Hunde-Such-Hilfe bittet daher um finanzielle Unterstützung via GoFundMe oder Kontoüberweisung.