SP-Hergovich schlägt Alarm

12-Stunden-Schichten ohne Durchatmen: Pfleger am Limit

Pflegekräfte berichten von harten Bedingungen im PBZ Korneuburg mit 12-Stunden-Schichten. Sven Hergovich (SPÖ) fordert jetzt Maßnahmen.
17.02.2026, 05:15
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Im Pflege- und Betreuungszentrum Korneuburg schlugen Pflegekräfte Alarm – sie warnen vor einer Überlastung des Fachpersonals.

Denn: Es wurde ein viergruppiges System durch ein dreigruppiges mit Zwölf-Stunden-Schichten umgestellt. Zum Durchatmen bleibe kaum Zeit, der Kündigungsdruck bzw. die Überlegungen sollen deshalb hoch seien, schildert eine Pflegekraft.

"Auf längere Zeit nicht tragbar"

Dieses Modell sei jedenfalls auf längere Zeit nicht tragbar, würde zur Erschöpfung und Fehleranfälligkeit führen. Ein Krisengespräch brachte aber offenbar nichts – am System soll festgehalten werden.

Seitens der NÖ Landesgesundheitsagentur hieß es zum Fall gegenüber "Heute": "Sollten einzelne Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter Unterstützung benötigen, bieten wir daher laufend konkrete Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat an. Neben Coaching, Supervisionen und Angeboten des Arbeitspsychologen stehen eine Vielzahl an Fort- und Weiterbildungen zur Verfügung. Zudem werden in regelmäßigen Abständen MitarbeiterInnenbefragungen sowie Evaluierungen der psychischen Belastungen durchgeführt. Auch bei der Dienstplangestaltung wird, so weit wie möglich, auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingegangen." Zudem gebe es einen Pflegepool Weinviertel, damit könnten kurzfristige Personal-Ausfälle abgefangen werden.

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"Darf nicht zum Normalzustand werden"

Der aktuelle Bericht über die Situation im Pflege- und Betreuungszentrum Korneuburg ist ein ernster Weckruf, zeigt sich SPNÖ-Chef Sven Hergovich besorgt. Wenn Pflegekräfte von 12-Stunden-Diensten, fehlende Pausen, Kündigungen und Burn-out berichten, dann gehe es längst nicht mehr um Einzelfälle – "dann reden wir über akuten Handlungsbedarf. Wer für bis zu zwölf schwer pflegebedürftige Menschen gleichzeitig verantwortlich ist, arbeitet am Limit. Das darf nicht zum Normalzustand werden."

Und weiter: "Besonders alarmierend ist, dass die Beschäftigten trotz klarer Warnungen den Eindruck haben, es ändere sich nichts. Wenn Teams auseinanderbrechen, Kündigungen folgen und dennoch an kritisierten Dienstmodellen festgehalten wird, dann ist das kein nachhaltiger Umgang mit unseren Pflegekräften. Wertschätzung darf sich nicht nur in Worten äußern – sie muss sich in besseren Arbeitsbedingungen, mehr Personal und verlässlichen Strukturen zeigen."

SPÖ: Braucht Personaloffensive in der Pflege

Was es jetzt brauche in NÖ, sei "eine echte Personaloffensive in der Pflege: mehr Fachkräfte, planbare Arbeitszeiten, Entlastung durch bessere Organisation und klare politische Prioritäten. Pflegekräfte tragen jeden Tag Verantwortung für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Ihre Arbeitsbedingungen sind unmittelbar mit der Qualität der Versorgung verbunden. Wer hier spart oder wegschaut, gefährdet sowohl die Beschäftigten als auch die Patientinnen und Patienten."

"Erwarte mir, dass Sorgen gelöst werden"

Hergovich betont: "Ich erwarte mir von der zuständigen Landesgesundheitsagentur und der schwarz-blauen Landeskoalition, dass die Sorgen der Beschäftigten nicht nur 'ernst genommen', sondern endlich gelöst werden. Die Menschen in der Pflege brauchen keine Durchhalteparolen mehr – sie brauchen spürbare Verbesserungen im Alltag. Es geht um Respekt, um Sicherheit und um die Zukunft unseres Gesundheitssystems."

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