Im Pflege- und Betreuungszentrum Korneuburg schlagen Pflegekräfte Alarm: Seit der Einführung von 12-Stunden-Schichten in einem 3-Gruppen-System sei der Arbeitsalltag kaum mehr zu bewältigen. Eine langjährige Pflegekraft berichtet von extremem Zeitdruck, permanenter körperlicher Belastung und fehlenden Pausen.
Pro Dienst müssen oft bis zu zwölf schwer pflegebedürftige Bewohner gleichzeitig versorgt werden – darunter Demenzkranke, Bettlägerige und Menschen mit hohem medizinischem Bedarf. Neben Waschen, Lagern, Essen und Inkontinenzversorgung kommen Medikamentengaben, Blutzuckerkontrollen sowie umfangreiche Dokumentationspflichten hinzu. Zeit zum Durchatmen bleibe kaum, selbst Essen oder kurze Ruhepausen seien oft nicht möglich.
Die 12-Stunden-Dienste führten zu Erschöpfung, steigender Fehleranfälligkeit und Frust im Team. Eine der Pflegekräfte warnte in einem "Heute"-Bericht, dass dieses Modell langfristig nicht tragbar sei und immer mehr Fachkräfte dem Beruf den Rücken kehren könnten.
Die NÖ Landesgesundheitsagentur betonte hingegen gegenüber "Heute", man nehme die Sorgen ernst und biete Unterstützung wie Supervision, Arbeitspsychologen und Coachings an, zudem werde laufend evaluiert und an Dienstplänen nachjustiert. Ein regionaler Pflegepool solle zusätzlich bei Personalausfällen entlasten.
Nur wenige Tage nach dem "Heute"-Bericht gibt es bereits Rückmeldung vom Pflegepersonal – und diese ist alles andere als positiv. Dem Pflegepersonal wurde unmissverständlich klargemacht, dass künftig weiterhin mit drei Pflegegruppen gearbeitet wird. An den bereits heftig kritisierten Plänen werde nichts geändert.
Die Folgen sind laut den Angestellten schon jetzt deutlich spürbar – und dramatisch. Die personelle Lage spitzt sich weiter zu, es soll bereits zu weiteren Kündigungen gekommen sein. Mehrere weitere sollen bereits Bewerbungen verschickt haben, weil sie unter diesen Bedingungen keine Zukunft mehr sehen.
Trotz dieser alarmierenden Entwicklung seien die eingebrachten Anregungen im Gespräch mit der Heimleitung voerst ignoriert worden – während das Team faktisch auseinanderbricht. Damit gehe es längst nicht mehr um theoretische Planungen, sondern um einen akuten Notstand.