Bereits am Freitag, 9. Jänner, kam es beim Aufbau der Messe zu Kontrollen durch Polizei und Finanzbehörden. Diese fanden sowohl in der Halle als auch auf den Zufahrtsstraßen statt. Autos wurden angehalten und überprüft, ein Amtsarzt war im Einsatz.
Der Hohenemser Sozialstadtrat Bernhard Amann hält das Vorgehen für überzogen. Die Kontrollen seien "völlig über das Ziel hinausgeschossen", sagt er. Aus seiner Sicht habe man eine legale Veranstaltung unter unnötigen Druck gesetzt.
"Hier wurde einfach eine Menschenvertreibungsaktion durchgeführt und eine versuchte Kriminalisierung von vielen Menschen offenbar von oben angeordnet", so Amann im ORF. Seine Kritik richte sich nicht gegen einzelne Polizisten, sondern gegen die Verantwortlichen.
Bei der "LändleCan" handelt es sich um die erste große Hanfmesse in Vorarlberg. Laut Veranstaltern werden dort ausschließlich legale Hanfprodukte angeboten. Das Sortiment reicht von Lebensmitteln über Kosmetik und Textilien bis zu medizinischen Produkten. Zudem gibt es Vorträge für Besucher.
Amann spricht von einer "ganz normalen Messe". Die Aussteller seien reguläre Geschäftsleute, die legal handeln würden.
Nach Angaben des Stadtrats hatten die Kontrollen auch Auswirkungen auf die Veranstaltung. Bereits verkaufte Tickets seien storniert worden, einige Interessierte hätten auf einen Besuch verzichtet. Amann warnt vor einem wirtschaftlichen Schaden für die Veranstalter sowie vor einem möglichen Imageschaden für die Stadt Hohenems.
Die Landespolizeidirektion Vorarlberg bestätigt, dass am 9. Jänner Schwerpunktkontrollen in Hohenems sowie im Raum Feldkirch durchgeführt wurden. Der Einsatz eines Amtsarztes sei dabei routinemäßig erfolgt.
Im Messelokal selbst sei die Vorarlberger Polizei nicht tätig gewesen. Laut Amann fanden dort Kontrollen durch österreichische und deutsche Finanzbehörden statt.