"Sie schreibt damit Bundestagsgeschichte", heißt es in den deutschen Medien, als Hanna Steinmüller, deutsche Grünen-Abgeordnete, mit ihrem wenige Monate alten Baby vor dem Bauch eine Rede hielt. Auch das Parlament selbst vermeldete auf Instagram: "Erstmals stand heute eine Abgeordnete mit ihrem Baby am Redepult des Deutschen Bundestags."
Die Aktion sorgte für viel Zuspruch. Parlamentspräsidentin Julia Klöckner lobte Steinmüller auf Instagram: "Mutter mit Säugling und Betreuungsherausforderung? Hanna Steinmüller hat das mit ihrem Kind bravourös gemeistert."
Bis vor Kurzem waren Kinder im Plenarsaal übrigens nur mit Sondergenehmigung erlaubt – Klöckner hatte erst kürzlich angekündigt, diese Regeln zu lockern. Währenddessen nahm der kleine Junge den ganzen Trubel gelassen hin und schlief seelenruhig in der Trage.
Ganz neu ist der Anblick allerdings nicht: In der Schweiz hatte die Grünen-Politikerin Flavia Müller bereits im Mai 2025 ihr Neugeborenes mit ins Baselbieter Parlament gebracht, um an einer Sitzung teilzunehmen. Dafür erhielt auch sie parteiübergreifend viel Anerkennung.
Doch nicht immer kam die Aktion gut an. Irene Kälin, ebenfalls Grüne, nahm 2018 ihr Baby zum Stillen mit ins Bundeshaus. Die Aufnahme von Mutter und Kind polarisierte. Manche fanden es "cool und modern", andere sahen darin eine Provokation.
Das Thema bewegt jedoch weit über die Politik hinaus. Denn Eltern stehen oft vor der Frage: Wohin mit dem Nachwuchs, wenn gerade keine Betreuung möglich ist? Ob im Job, bei Bewerbungsgesprächen, im Studium, bei einem Abend mit Freunden oder Veranstaltungen – manchmal bleibt nur, das Kind mitzunehmen.
Jetzt wollen wir von dir wissen: Wo findest du es angemessen, ein Baby dabeizuhaben – und wo geht das deiner Meinung nach gar nicht? Würde es dich stören, wenn eine Kollegin oder ein Kollege ihre Kinder zur Arbeit mitbringen, oder hättest du Verständnis? Warst du vielleicht selbst schon in einer solchen Situation? Teile deine Erfahrungen und deine Meinung in den Kommentaren!