Politik

Sigi Maurer über Nehammer: "War den Versuch wert"

In einem Interview verteidigt die Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer die Reise von Kanzler Karl Nehammer zu Kreml-Despot Wladimir Putin nach Moskau
Roman Palman
23.04.2022, 09:18

"Über den Sinn dieser Reise gibt es Diskussionen. Das Ergebnis war natürlich ernüchternd. Aber man muss sagen, dass Nehammer auch keine großen Erwartungen geweckt hat. Es war den Versuch wert", sagt Maurer nun im Nachrichtenmagazin "profil".

"Utopien anstreben"

Das bisherige grüne Verständnis von Gewaltfreiheit sieht Maurer nüchtern: "Der Pazifismus ist jedenfalls kein Konzept, das uns jetzt den Frieden sichert. Die Grund-Idee ist aber, wie bei so vielem, Utopien anzustreben. Möglichst alle Menschen sollen in Frieden leben können."

NATO kein "Hort des Bösen"

Zur Beurteilung der NATO eigne sich kein "Schwarz-Weiß-Schema", so Maurer. Man könne in der Geschichte der NATO "manche Dinge gut und manche schlecht finden". Die NATO sei "sicher nicht grundsätzlich ein Hort des Bösen".

Nehammer direkt nach dem Treffen mit Putin am Weg zu seinem Auto.
REUTERS

Kein sofortiger Gas-Stopp in Österreich

Verständnis zeigt die Klubobfrau im "profil" für die Warnung der Industriellenvereinigung vor den Folgen eines EU-Embargos auf russisches Gas: "Bei Sanktionen muss man auch an die Konsequenzen denken. Für Österreich hätte ein Gas-Embargo wohl fatale Folgen, daher kann ich die Industriellenvereinigung verstehen. Aber mittelfristig müssen wir aus Gas raus."

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