Wienerin ärgert sich über Parkplatz-Raub der Grünen

In den letzten 4 Jahren errichtete die grüne Währinger Bezirkschefin dutzende ungenutzte Radständer und Sitzmöbel. Vor der Wahl ist der Unmut groß.

Wer durch den Wiener Bezirk Währing fährt, kommt aus dem Staunen kaum heraus. An fast jeder Ecke stehen Radständer. Räder sind dort freilich selten abgestellt. Der Grund: Der Bezirk ist hügelig, die steilen Straßen schrecken viele Radfahrer ab. Dennoch kommen im Monatstakt neue Metallkonstruktionen hinzu. Viele Anrainer ärgern sich über die teuren Investitionen und verlorene Parkplätze.

Leere Sessel im Luftsog der Straßenbahn

Auf den Hauptverkehrsadern des Bezirks wurden zudem sogenannte Sitzmöbel aufgestellt. Doch auch diese fristen ein trauriges Dasein. Kaum jemand mag sich wenige Zentimeter neben den vorbeibrausenden Straßenbahnen in der Kreuzgasse oder Währinger Straße hinsetzen. Die Möbel kosten allerdings wiederum Parkplätze.

Anrainer sind über Parkplatzschwund empört

Silvia Nossek, die 2015, knapp vor der ÖVP, die Bezirksvorstehung erlangte, hat einen einzigen Schwerpunkt: Zurückdrängung des Autoverkehrs. Obwohl die Währinger zwei Mal gegen die Einführung des Parkpickerls im Bezirk stimmten, drückte sie das Vorhaben durch. Parkplatznot herrschte vor allem in den Bezirksteilen Weinhaus, Gersthof und Pötzleinsdorf freilich keine. Doch die zahlreichen, ungenutzten, Radständer ändern dies gerade. Die Empörung ist groß. Krankenschwester Alexandra F., 36, bringt es auf den Punkt: "Die Villenbesitzer haben eine Garage, denen ist das Parkpickerl egal. Leidtragende sind die Bewohner aus den Gemeindebauten. Ich brauche das Auto wegen der Nachtschichten. Wenn ich dann trotz Parkpickerl lange im Kreis fahren muss, ärgere ich mich über die vielen unnötigen Radständer."

Spannende Wahl in gespaltenem Bezirk

Die rein fahrradfokussierte Verkehrspolitik könnte Nossek in eineinhalb Wochen auf den Kopf fallen. Denn ihr Vorsprung auf die ÖVP betrug 2015 nur 0,81 Prozent. Auch die SPÖ lag in Schlagdistanz. Beide Parteien fordern im Bezirk eine Verkehrspolitik mit Hausverstand – ohne Schikanen für Autofahrer. Das Match wird spannend, denn kaum ein Bezirk ist von der Sozialstruktur so unterschiedlich wie Währing. Die Grünen haben ihrer Hochburg in den gürtelnahen Straßenzügen rund um den bei Bobos beliebten Kutschkermarkt. Die ÖVP ist im (Gersthofer) Cottage, am Schafberg und in Pötzleinsdorf stark, während die SPÖ in den großen Gemeindebauten zwischen Aumann,- und Türkenschanzplatz noch immer ihre Hochburgen hat.

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