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Grüner Politiker fetzt sich jetzt mit Wiener Polizei

In der Wiener Leopoldstadt entsteht auf der Praterstraße ein neuer Radweg. Doch nicht alle halten sich an die neuen Verkehrsregeln.
Maxim Zdziarski
25.07.2023, 13:55
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Die Praterstraße ist aktuell eine riesige Baustelle. Grund dafür sind die Arbeiten für den neuen "Megaradhighway". Der 4,5-Meter-Breite Radwegs führt von der Wiener City bis nach Kagran. Um das Prestige-Projekt umzusetzen, muss sogar eine Autofahrspur weichen.

Doch auch die Radler müssen zumindest bis 2024 auf die beliebte Route verzichten, denn beide Radwege sind aufgrund der Bauarbeiten derzeit gesperrt. Damit aber auch die Pedalritter sicher an ihr Ziel kommen, müssen sie aktuell auf Umleitungen ausweichen. 

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Allerdings gibt es zahlreiche Rad-Rebellen, die sich den temporären Verkehrsregeln schlichtweg widersetzen. Bereits bei einem "Heute"-Lokalaugenschein vor wenigen Wochen zeichnete sich klares Bild: Einige Fahrradfahrer sahen die Fahrverbotsschilder eher als Empfehlung und fuhren über die gesperrte Strecke einfach weiter. Andere ignorierten sogar alle Verkehrsregeln und benutzten unerlaubterweise den Gehsteig. 

Rad-Rebellen pfeifen auf Verkehrsregeln

Aufgrund der zahlreichen Verkehrsübertretungen führt die Wiener Polizei also auch auf der Praterstraße Verkehrskontrollen durch. Den Fahrrad-Rebellen passt das freilich nicht, denn auch sie werden für ihre Vergehen nun abgestraft. Ein Grüner Bezirksrat aus der Leopoldstadt fotografierte eine solche Amtshandlung, postete sie und löste damit eine hitzige Twitter-Debatte aus. 

Grüner Bezirkspolitiker fetzt sich mit Polizei

Wolfgang Kamptner (Grüne), stellvertetender Vorsitzender der Verkehrskommission, kritisiert dabei das Vorgehen der Exekutive. "Die Praterstraße in der Leopoldstadt wird gerade groß umgebaut. Aber eines bleibt unverändert. Die LPD Wien steht liebend gerne am Nestroyplatz und hebt Mautgebühren von Radfahrer*innen ein", so Kamptner.

Die Wiener Polizei antwortete ihm in gewohnt humoristischer Manier: "Wenn wir Verwaltungsübertretungen wahrnehmen, schreiten wir ein. Und Verkehrsregeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen. Was wirklich unverändert bleibt ist die Debatte, dass die Polizei bitte immer nur 'die Anderen' kontrollieren soll."

Die Umleitungen auf der Praterstraße im Überblick:

Der Radverkehr stadtauswärts wird von der Aspernbrücke über die Untere Donaustraße und Franzensbrückenstraße bis Praterstern umgeleitet.

➤ Der stadteinwärts führende Radweg wird von Praterstern über Heinestraße, Zirkusgasse, Komödiengasse und Große Mohrengasse umgeleitet.

➤ Beide Radwegumleitungen können in beide Richtungen genutzt werden.

Ende des Jahres soll der Zweirichtungsradweg in Praterstraße und Aspernbrückengasse fertiggestellt und befahrbar sein. 

Bis zum vierten Quartal 2024 sollen dann alle Arbeiten rund um die Praterstraße abgeschlossen sein.

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Heftige Diskussion entbrannt

Daraufhin wirft der Grüne Bezirksrat der Polizei sogar "aktives Wegschauen" vor – laut ihm würde die Einhaltung der 30er-Zonen ebenfalls nicht ausreichend kontrolliert werden. Ein weiterer Erklärungsversuch der LPD Wien: "Kraftfahrzeugen kann man dank des Kennzeichens notfalls eine Anzeige schicken – Radfahrer müssen wir anhalten, was manchmal gar nicht so einfach ist." Die Strafen-Debatte wird auf absehbare Zeit wohl oder übel nicht verstummen.