Wirbel um Artenschutz

Fledermäuse, Spechte, Amphibien verhindern neue Brücke

Ein Gutachten kritisiert die Artenschutz-Maßnahmen für die neue Donaubrücke Mauthausen. Verzögerungen beim Bau sind nicht auszuschließen.
Oberösterreich Heute
10.10.2025, 20:17
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Ein Gutachten, das vom Bundesverwaltungsgericht in Auftrag gegeben wurde, ist jetzt fertig. Es beschäftigt sich mit Fledermäusen, Mittel- und Buntspechten sowie Amphibien. Für die Leute, die die Brücke bauen wollen, schaut das Ergebnis wenig rosig aus. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass die Maßnahmen zum Schutz der Arten in Oberösterreich und Niederösterreich nicht ausreichen.

Wie orf.at berichtet, heißt es aus dem Büro vom oberösterreichischen Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), dass das aktuelle naturschutzfachliche Gutachten vom gerichtlich bestellten Sachverständigen die Auswirkungen des Projekts Donaubrücke Mauthausen artenschutzrechtlich anders bewertet als die Fachleute der Projektwerber.

"Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Die Projektwerber werden daher eine umfassende fachliche Stellungnahme bei Gericht einbringen", steht in einer E-Mail aus Steinkellners Büro.

Gutachten könnte weitere Maßnahmen bringen

Die Leiterin des Instituts für Umweltrecht an der Johannes Kepler Universität Linz, Erika Wagner, betonte gegenüber dem ORF Oberösterreich, dass Gutachten im UVP-Verfahren einen sehr hohen Stellenwert haben. "Es geht darum, eine integrative Gesamtschau zu gewährleisten. Es können einerseits Minderungsmaßnahmen vorgeschrieben werden – in Form von Auflagen – oder es könnte auch die Notwendigkeit gegeben sein, Ausgleichsflächen einzurichten, um diese Biodiversität zu verbessern und zu schützen und ihr Überleben zu schützen", erklärte Wagner.

Ob das neue Gutachten den Bau der Donaubrücke in Mauthausen verzögern wird, ist derzeit offen. Es könnte auch ohne Verzögerung weitergehen, falls Ausgleichsmaßnahmen rasch umgesetzt werden.

Das Land Niederösterreich teilte auf Anfrage mit, dass noch nicht klar ist, ob im Herbst mit der Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen werden kann. Nach dem neuen Gutachten ist auch der Starttermin für den Bau nicht abzuschätzen. Die bestehende Brücke wird laufend kontrolliert. Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, könnte eine Totalsperre sogar noch vor Sommer 2028 notwendig werden, so die Information aus Niederösterreich.

Drei Monate Totalsperre möglich

Im Raum steht eine Totalsperre der bestehenden Donaubrücke Mauthausen für drei Monate im Sommer 2028. Ein Tragwerk muss ausgetauscht werden. Diese Bauarbeiten waren eigentlich erst nach der Fertigstellung der neuen Brücke geplant.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.10.2025, 20:17
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