Er kam mit einem Plan – und verschwand spurlos. Mit schwarzem Rucksack, Arbeitskleidung und FFP2-Maske betrat der Unbekannte die Filiale in der Grazer Triester Straße. Ruhig schob er einer Mitarbeiterin einen Zettel über den Schalter. Darauf stand: "Leise, Geld hier alles, ich habe Bombe und Waffe, schnell!"
Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, zog er ein Objekt mit rotem Knopf aus dem Rucksack und hantierte damit vor der Angestellten. Ob es sich tatsächlich um eine Bombe handelte, ist bis heute unklar. Die Mitarbeiterin übergab Bargeld, wenige Augenblicke später war der Mann verschwunden. Zurück blieben zwei schwer geschockte Angestellte, betreut vom Kriseninterventionsteam.
Schon kurz nach der Tat begann eine groß angelegte Fahndung. Streifen sperrten das Gebiet ab, Cobra-Beamte und ein Polizeihubschrauber suchten nach dem Täter. Hinweise führten ins nahe Brauquartier – dort wurde er sogar auf einem Dach vermutet. Doch die Spur erwies sich als falsch.
Seither ist der Mann wie vom Erdboden verschluckt. Dabei gibt es markante Merkmale: Der Tatverdächtige war etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß. Besonders auffällig war seine braun-orange Gesichtsfarbe. Zeugenaussagen zufolge könnte er geschminkt gewesen sein, um einen dunkleren Teint vorzutäuschen. Auch ein ausländischer Akzent könnte bewusst eingesetzt worden sein. Ein weiteres Detail: ein Ying-Yang-Tattoo auf der linken Hand.
Seit März 2022 fehlt jede konkrete Spur. Genau deshalb wird der Fall nun erneut öffentlich gemacht. In der Sendung "Fahndung Österreich" auf Servus TV stellt der zuständige Ermittler des Landeskriminalamts Steiermark den Überfall noch einmal detailliert dar.
Ziel ist es, die stockende Fahndung neu zu beleben. Vielleicht erkennt jemand das Tattoo, die auffällige Gesichtsfarbe oder die Kleidung wieder. Auch nach mehr als drei Jahren gilt: Der Bankräuber ist flüchtig – und jeder Hinweis könnte entscheidend sein.