Fast jeder zweite Lehrling macht sich angesichts des harten Lockdowns in Österreich Sorgen, dass die Situation negative Auswirkungen auf den Ausbildungsplatz und zukünftige Jobaussichten haben könnte. Das geht aus einer Umfrage der Gewerkschaft vida hervor.
"In der öffentlichen Diskussion um den Lockdown und die Folgen auf Schule und Ausbildung wird auf die Lehrlinge leider weiterhin völlig vergessen. Das kann nicht sein", so Sumit Kumar, Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft vida. "Beim Bundeskanzler und seinen Ministern sollten die Alarmglocken läuten." Die Pandemie habe die Lage vieler junger Menschen, egal ob in Ausbildung oder auf Lehrplatzsuche, zusätzlich verschärft.
Fast jeder zweite Lehrling fühlt sich laut der Umfrage von der Politik nicht gut vertreten. Laut Kumar habe das gar nichts mit Corona zu tun. Er sieht ein systematisches Problem. "Die Lost Generation ist längst Realität. Lehrlinge dürfen nicht das Opfer der Krise werden", sagt der vida-Bundesjugendsekretär.
Problematisch sei auch, dass 38 Prozent der Lehrlinge von den zuständigen Stellen nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurden, wie es im Lockdown weitergeht. Auch mit Home Schooling und Home Office gibt es Probleme. Jeder elfte Lehrling gibt an, zu Hause kein geeignetes Notebook oder Tablet zur Verfügung zu haben. "Wenn die Bundesregierung einen Lockdown samt Home Schooling beschließt, muss sie auch für das nötige Equipment sorgen", fordert Kumar.
Erst am Montag wurde bekannt, dass auch im heimischen Handel 100.000 Jobs wackeln könnten >>