Argentinien warf England im WM-Halbfinale in dramatischer Manier raus und zerstörte den Traum, den Pokal "heim" ins Mutterland des Fußballs zu bringen, in der Schlussphase. Der Ausgleich von Enzo Fernandez leitete die Wende ein.
Aber: Hätte der Mittelfeld-Star bereits in der dritten Minute wegen einer Roten Karte vom Platz fliegen müssen? Zumindest auf der Insel sind sich Fans und auch so mancher Experte darüber einig.
Bereits in der Anfangsphase kam es in Atlanta zur ersten Rudelbildung. Argentiniens Fernandez traf Elliot Anderson im Zweikampf mit dem Unterarm im Nacken, woraufhin Spieler beider Teams sofort aufeinander losgingen.
Vor allem Jude Bellingham stellte seine Gegenspieler lautstark zur Rede. Auch Leandro Paredes, Cristian Romero und Lionel Messi mischten sich in die hitzige Diskussion ein. Schiedsrichter Ismail Elfath verzichtete jedoch auf Gelbe Karten und beruhigte die Situation zunächst nur mit einer Ermahnung.
In den sozialen Medien sorgte die Szene sofort für Diskussionen. Zahlreiche England-Fans sind der Meinung, Fernandez hätte für seinen Hieb mit Rot vom Platz gestellt werden müssen. Sie wollen eine absichtliche Attacke und damit eine Tätlichkeit erkannt haben. Sicher ist: Mit einem solch frühen Ausschluss des späteren Torschützen hätten sich Argentiniens Chancen auf den Finaleinzug dramatisch verringert.
Brisant: Früher im Turnier war der südafrikanische Spieler Themba Zwane für einen sehr ähnlichen Schlag im Zweikampf gegen Mexiko ausgeschlossen worden.
Die hitzige Atmosphäre hatte sich schon vor dem Anpfiff angekündigt. Während der englischen Hymne pfiffen die argentinischen Fans lautstark, die Anhänger der "Three Lions" reagierten anschließend mit Buhrufen während der argentinischen Nationalhymne.
Auch im weiteren Spielverlauf blieb die Partie umkämpft. Immer wieder kam es zu harten Zweikämpfen und kleineren Rangeleien. Am Ende setzte sich Argentinien nach spätem Comeback mit 2:1 durch und zog ins WM-Finale gegen Spanien ein.