Nach dem Tod seiner Mutter im Oktober 2023 zog sich Alfons Haider (68) komplett zurück. Jetzt spricht er erstmals über den "schwersten Raum" seines Lebens – und die enge Beziehung, die ihn geprägt hat. Ein Jahr lang blieb die Tür geschlossen.
Kein Schritt hinein, kein Blick zurück. "Ich konnte nicht hineingehen, das hätte mich zerrissen", sagt der Moderator im "Heute"-Talk über das Zimmer seiner Mutter Anna. Die beiden lebten jahrzehntelang zusammen. Eng, vertraut, fast untrennbar.
Seine Mutter war nicht nur Familie, sondern auch Begleiterin, Unterstützerin, Schutzschild. "Wir waren sehr eng, vielleicht manchmal zu eng", sagt er heute selbstkritisch. Nach ihrem Tod fiel er in ein Loch. "Bis zum Begräbnis funktioniert man. Danach haut es dich nieder."
Drei Monate zog er sich komplett zurück, mied Öffentlichkeit und Kontakte. Besonders das Zimmer wurde zum Symbol dieser Leere. "Da war alles noch so, wie sie es hinterlassen hat." Erst nach einem Jahr fand er die Kraft, die Tür wieder zu öffnen. Heute ist es ein Ort zwischen Schmerz und Trost.
"Wenn es mir ganz schlecht geht, lege ich mich in ihr Bett." Dann sei sie ihm wieder nahe. Diese Nähe habe auch ihr Zusammenleben geprägt. Seine Mutter sei immer im Hintergrund geblieben, habe sich nie vorgedrängt, auch nicht bei Interviews oder Auftritten. "Man hat sie oft gar nicht mitbekommen. Sie ist einfach verschwunden, wenn Besuch da war."
„Wenn es mir ganz schlecht geht, lege ich mich in ihr Bett“Alfons Haiderüber das Zimmer seiner Mutti
Und doch war sie immer da, bei jedem wichtigen Moment. Selbst Texte hat sie mit ihm gelernt, in Tunesien oder Jamaika. "Manchmal konnte sie den Text besser als ich." Am Dienstag, dem 5. Mai, stellt Haider sein Buch "Meine Mama, die Löwin" vor. Darin beschreibt er erstmals offen diese intensive Beziehung und warum er heute weiß: Nähe ist wertvoll, aber man darf sich nicht darin verlieren.