Sport

Hamilton: "Man hasst mich, oder liebt mich"

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:01

Lewis Hamilton ist sich seiner Rolle als Reizfigur der Formel 1 durchaus bewusst. Mercedes Motorsportchef Toto Wolff findet aber, dass nicht alles, was über den Briten so geschrieben wird unbedingt der Wahrheit entspricht. Der Wiener lässt zugleich auch durchblicken, dass für den Weltmeister von 2008 auch das Geld ausschlaggebend für den Wechsel von McLaren zu Mercedes war.

In der vergangenen Saison war "Twitter-Zicke" Hamilton das Gespött der Boxengasse (). Er lästerte öffentlich über seinen jetzigen Ex-Teamkollege Jenson Button und veröffentliche geheime Telemetriedaten. "Ich glaube, da ist es mit ihm ein bisschen durchgegangen. Das darf nicht passieren", meinte Wolff gegenüber dem "ORF". Auch sonst ist Hamilton kein Kind von Traurigkeit. Auch dank seiner Beziehung zu Popsternchen Nicole Scherzinger oft in den Klatschspalten.

Balance-Akt, der manchmal schiefging

Für ihn ist es schon immer ein Balance-Akt gewesen, den er nur schwer hinbekommen hat. Auf der einen Seite der erfolgreiche und ehrgeizige Pilot, der bei PR-Terminen immer lächelt und brave Antworten gibt. Andererseits wurde er für diese aalglatte Art oft kritisiert, er sei kein Typ, nur ein Medienprodukt. Deshalb wirkten seine "Skandale" oft wie Zeichen, die er setzen wollte, dass er eben doch ein Mann mit Ecken und Kanten ist. Deshalb ist Hamilton durchaus eine Reizfigur geworden.

Dessen ist sich der 28-Jährige bewusst. "Entweder man hasst mich, oder man liebt mich", erklärte der Brite gegenüber "ESPN". "Als ich in die Formel 1 kam, war es leider so, dass ich manchmal etwas sagte, aber es anders meinte, und die Leute haben es falsch aufgenommen. Das vergessen sie nicht." Gespalten ist sein Verhältnis nach wie vor zu den spanischen Fans. "Die hassen mich dort alle." Dies rührt noch aus der Stallfehde zwischen ihm und Fernando Alonso 2007 bei McLaren.

Wolff: "Er ist ganz anders, als man ihn sich vorstellt"

"Es gibt tausende Menschen, die mich nicht leiden können, aber auch genauso viele, die mich mögen. Ich kann aber garantiere, dass jene, die mich nicht mögen, ihre Meinung ändern, wenn sie mich kennengelernt haben", behauptet Hamilton. Dem stimmt auch Wolff zu: "Er ist ganz anders, als man ihn sich vorstellt. Ich kenne ihn auch erst ein paar Monate und wenn man ihn dann sieht, das Tätowieren oder was auch immer - das ist er gar nicht."

Laut dem Wiener, der vor kurzem erst das Amt des Motorsportchefs bei den "Silberpfeilen" übernommen hat, ist Hamilton nicht nur ein talentierter Pilot, sondern hat "auch ein besonderes Gespür für die Mitarbeiter". Schon nach ein paar Tagen kannte er alle Mitarbeiter in seinem neuen Team beim Namen, von Abgehobenheit keine Spur. "Was in den Medien transportiert wird, ist ganz und gar nicht, wie er wirklich ist."

Gehalt spielte eine Rolle

Wolff berichtete zudem, dass es ein harter Kampf war, Hamilton von McLaren loszueisen. Demnach spielte eine höhere Gage ebenfalls eine Rolle. "Es ist immer eine Kombination. Alle Rennfahrer wissen, dass sie einen begrenzten Zeitraum haben, in dem sie verdienen können. Das muss man natürlich optimieren und nichts anderes muss auch er machen", so der Wiener.

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