Es ist das Comeback des Jahres! Am 11. Juni erblindete Handball-Star Karol Bielecki nach einem Foul auf einem Auge. Ärzte sprachen vom Karriereende. Irrtum: Nur sechs Wochen später spielte er wieder - noch unsicher, aber immerhin. Jetzt, 66 Tage nach dem bösen Unfall, ist der 28-jährige Pole endgültig wieder in der Weltklasse angekommen.
Bielecki, Star der Rhein-Neckar Löwen aus Deutschland, erinnerte am Wochenende wieder an seine besten Zeiten. Im Finalspiel des Intersport Masters 2010 traf der rechte Rückraumspieler fünf Mal. Der einzige Unterschied zu früher: Der 2,02-m-Riese spielt jetzt mit einer Brille. Sie soll sein gesundes, rechtes Auge schützen. Das linke ist tot, unglücklich von der Hand des Kroaten Josip Valcic in einem Länderspiel getroffen. Er hat aber keine Schuld, sagt Bielecki, der sich mühsam zurückkämpfte.
Zu Beginn kam er kaum die Stiegen hoch. Der Gleichgewichtssinn war noch nicht neu justiert, sagt der Teamarzt. Weil das Blickfeld jetzt kleiner ist, muss Bielecki auch mehr den Kopf bewegen. Seine Motivation? Ich will Menschen mit einem ähnlichen Schicksal Mut machen.
Comeback-Stars
Niki Lauda (61): Die Motorsport-Legende erleidet 1976 auf dem Nürburgring (D) schwerste Verbrennungen. 1977 und 1984 holt er trotzdem noch zwei WM-Titel.
Alessandro Zanardi (43): Nach einem Unfall werden dem italienischen Autorennfahrer 2001 beide Unterschenkel amputiert. Von 2005 bis 2009 fährt er wieder Rennen.
Hermann Maier (37): Österreichs Ski-Legende entgeht 2001 nach einem Motorrad-Unfall nur ganz knapp einer Amputation seines rechten Beins. Zwei Jahre später gewinnt er wieder im Weltcup.