Kampf gegen Ladendiebe

Handel frustriert: DSGVO bremst KI-Kameras

Mehr als die Hälfte aller Geschäfte wurde 2025 bestohlen. Händler wollen Hightech einsetzen, doch strenger Datenschutz macht das schwer.
Technik Heute
12.04.2026, 10:07
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Der Einzelhandel sieht sich mit einer wachsenden Welle an Kriminalität konfrontiert. Ladendiebstahl ist längst keine Kleinigkeit mehr - teure Produkte wie Kaffee landen mittlerweile oft hinter Glasvitrinen.

Eine aktuelle Studie zeigt das Ausmaß des Problems: Mehr als die Hälfte aller Handelsunternehmen wurde im vergangenen Jahr nachweislich von Dieben heimgesucht. Die Dunkelziffer gilt als hoch, die wirtschaftlichen Schäden erreichen Milliardenhöhe.

Wie heise.de unter Berufung auf eine Untersuchung von Ibi Research und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichtet, berichten die betroffenen Händler nicht nur von einer zunehmenden Professionalisierung der Täter. Auch die Gewaltbereitschaft steige an. Viele fühlen sich von Politik und Sicherheitsbehörden im Stich gelassen.

KI als Hoffnungsträger - doch Datenschutz bremst

Als Lösung setzen die Händler auf moderne Videotechnik. Besonders KI-gestützte Systeme gelten als Hoffnungsträger: Sie könnten Verhaltensmuster analysieren und das Personal bei Personalengpässen unterstützen.

Doch genau hier stoßen die digitalen Helfer auf rechtliche Hürden. Die Datenschutz-Grundverordnung wird vom Handel als größtes Hindernis wahrgenommen. Besonders die kurze Speicherdauer von nur 48 bis 72 Stunden sorgt für Frustration.

Das Problem: Professionelle Diebstähle werden häufig erst bei der nächsten Inventur bemerkt. Dann sind die entscheidenden Videoaufnahmen oft bereits automatisch überschrieben, und eine Identifizierung der Täter ist nicht mehr möglich.

Datenschützer mahnen zur Vorsicht

Datenschützer betonen hingegen die Notwendigkeit der Verhältnismäßigkeit. Videoüberwachung müsse das letzte Mittel bleiben, nachdem mildere Maßnahmen wie Warenetikettierung nicht ausreichen. Die Gefahr einer flächendeckenden Überwachung und Diskriminierung durch intransparente KI-Entscheidungen sei real.

Die Branche fordert nun praxistauglichere und einheitlichere Regeln. Ohne eine Anpassung der Rahmenbedingungen werde die Schere zwischen technischem Potenzial und realem Schutz im Einzelhandel weiter wachsen.

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