Handelsverband warnt vor Lieferengpässen zu Weihnachten

Es besteht laut Handelsverband kein Grund zur Sorge. Industrie & Handel setzen alles daran, dass die Warenverfügbarkeit auch zu Weihnachten gewährleistet ist. (Symbolbild) 
Es besteht laut Handelsverband kein Grund zur Sorge. Industrie & Handel setzen alles daran, dass die Warenverfügbarkeit auch zu Weihnachten gewährleistet ist. (Symbolbild) Getty Images/iStockphoto
Pandemiebedingte Lieferverzögerungen betreffen heuer unter anderem Elektro- und Haushaltsgeräte. Auch Preissteigerungen sind "kaum vermeidbar".

Wegen der Pandemie kam es in der Produktion zu gehäuften Lieferengpässen, Allerdings ist nicht nur die Produktion – der Handel ist hiervon betroffen. Wie der Handelsverband am Dienstag berichtet, ist die Planungsunsicherheit beim Lagerstand dadurch immens gestiegen.

 Zu erwarten ist daher, dass es im laufenden Quartal zu "moderaten Preissteigerungen" kommt.

In weiterer Folge drohen gewissen Produktgruppen demnach Lieferengpässe – und zwar zur Weihnachtszeit. In einer Aussendung schildert der Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Dienstag die Lage:

"Corona führt weiterhin zu massiven Verwerfungen in den Lieferketten. Acht von zehn Händlern kämpfen mit Lieferverzögerungen."

Die Ursachen hierfür seien vielschichtig. "Die großen Zwischenlager wurden in den ersten drei Wellen abgebaut. Der Containermangel in Fernost hält an, höhere Inputkosten und der Nachfrageanstieg halten die Rohstoffpreise auf hohem Niveau. Engpässe bei Vorlieferanten sind nach wie vor auf Covid-bedingte Verzögerungen in internationalen Fabriken zurückzuführen. Die Preise für Container haben sich teilweise verachtfacht."

Viertes Quartal soll Einbußen kompensieren

Derzeit läuft für den Handel das besonders wichtige vierte Quartal. Die vergangenen, schwächeren Monate sowie teilweise die Corona-bedingte finanzielle Einbußen sollen in den kommenden Wochen durch Abverkäufe, Sonderangebote und insbesondere Kampagnen im Rahmen des Black Friday kompensiert werden.

Welche Produkte bei den anstehenden Sondereinkaufstagen im November – wie etwa dem Singles Day, Black Friday und Cyber Monday – und zu Weihnachten am schwierigsten erhältlich sein werden, lasse sich derzeit aber nicht abschätzen.

"Auszugehen ist jedoch davon, dass die Beschaffungskrise die gesamte Bandbreite an Waren aus Asien betrifft." 

Am meisten betreffen wird diese laut Handelsverband wohl aber Spielzeug, Laptops, Spielekonsolen, TV-Geräte, Waschmaschinen, Fahrräder und E-Bikes.

Auch Elektro, Möbel & Autos

"Auch bei Möbeln, Baubedarf, Schuhen und Deko-Artikeln gibt es zurzeit vielfach längere Produktions- und Lieferzeiten. Besonders betroffen ist überdies der Handel mit Autos und Autozubehör. Die Lieferzeiten sind je nach Modell und Marke ganz unterschiedlich, auf manche Produkte gibt es Wartezeiten von sechs Monaten bis zu zwei Jahren", schreibt der Handelsverband

 Eine Normalisierung sei in den kommenden Monaten nicht zu erwarten, moderate Preissteigerungen im laufenden Quartal sind laut Handelsverband "kaum vermeidbar".

Will verspricht aber, dass der österreichische Handel intensiv und laufend daran arbeite, "die Engpässe bestmöglich auszugleichen". Wer aber schon jetzt für Weihnachten vorausplane und Elektronik oder Haushaltsgeräte verschenken wolle, solle die Geschenke lieber möglichst frühzeitig besorgen.

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