Der kurze Blick aufs Handy kann zum Verhängnis werden: Immer mehr Freibäder warnen vor der gefährlichen Smartphone-Ablenkung von Eltern.
Denn während Mama und Papa auf der Liegewiese scrollen, spielen ihre Kinder unbeaufsichtigt im Wasser.
Das Problem ist gravierend: Allein im Kölner Stadionbad werden an sommerlichen Wochenenden zehn bis fünfzehn Kinder ohne erkennbare Aufsichtsperson aufgegriffen. Oft würden sie sogar im Wasser angetroffen, während die Eltern anderweitig beschäftigt seien - "in den allermeisten Fällen spielt dabei das Smartphone eine Rolle", so eine Sprecherin der KölnBäder.
Die Warnung kommt nicht von ungefähr, wie NTV berichtet: Kinder können innerhalb von nur 20 Sekunden lautlos ertrinken. "Der Schwimmmeister greift zwar sofort ein, wenn etwas passiert", erklärt Ralf Großmann vom Bundesverband Deutscher Schwimmmeister. "Aber er kann nicht die persönliche Aufsicht über jedes einzelne Kind übernehmen. Das ist weder rechtlich noch praktisch möglich."
Die Aufsichtspflicht liegt also klar bei den Eltern - auch im Freibad. Wer ihr nicht nachkommt, muss mit Konsequenzen rechnen: In manchen Fällen wurde bereits Polizei oder Jugendamt eingeschaltet. Auch Verweise aus dem Bad wurden schon ausgesprochen.
Mit eindringlichen Plakaten versuchen die Bäder nun aufzuklären. Auf Bannern der Initiative "Augenblick" steht etwa: "Papa, du warst mein Held. Bis dein Handy wichtiger war als ich." Ein generelles Handyverbot ist aber nicht geplant - stattdessen setzt man auf Eigenverantwortung.
"Wenn man erklärt, dass es ausschließlich um die Sicherheit ihres Kindes geht, verstehen es die meisten", so Großmann. Die Botschaft ist klar: Ein öffentliches Schwimmbad ist keine Betreuungseinrichtung.