Wolf-Kritik: Kein Arzt mit, "Freundin mehr bewirkt"

Hannes Wolf verletzte sich bei der U21-EM. Die Versorgung ließ zu wünschen übrig.
Hannes Wolf verletzte sich bei der U21-EM. Die Versorgung ließ zu wünschen übrig.Bild: GEPA-pictures.com
Hannes Wolf bemängelt die medizinische Versorgung in Italien und hätte sich auch von ÖFB und UEFA mehr Hilfe erhofft.

Die sensationelle Teilnahme an der U21-EM-Endrunde mit Österreich. Der aufsehenerregende Transfer zu RB Leipzig für zwölf Millionen Euro Ablöse. Es hätte der Sommer von Hannes Wolf werden sollen. Er Status des jungen Supertalents sollte abgeschüttelt werden, der finale Sprung zum Leistungsträger in einer Top-Liga und im ÖFB-Team gelingen.

Bekanntlich folgte stattdessen die große Ernüchterung. Nach nur einem Spiel in Italien war die U21-Europameisterschaft schon wieder gelaufen. Wolf verletzte sich beim 2:0-Sieg über Serbien schwer und muss nun beim neuen Klub vom Spielfeldrand aus zusehen, wie sich seine Leipzig-Kollegen ohne ihn für die Bundesliga-Saison warmspielen.

Die Diagnose: Bruch des Außenknöchels. Wolf fällt mehrere Monate aus. Besonders bitter: die Rettungskette funktionierte nicht. Es wurde gepfuscht und dem 20-Jährigen damit Zeit gestohlen. In Leipzig musste Wolfs Gips erneuert werden. U21-Teamchef Werner Gregoritsch Mitte Juli: "Er ist in einem Saal mit 40 Personen gelegen, er ist erstversorgt worden und da hat es einige Probleme gegeben. Er ist eingegipst worden und man hat das Röntgenbild nicht genau kontrolliert."

Im Interview mit der "Sportzeitung" legt Wolf nun selbst nach und sparte dabei auch nicht an Kritik am ÖFB. Er erzählt, dass ihn kein Arzt vom Turnier oder vom heimischen Verband ins Krankenhaus begleitete. "Meine Freundin bewegte gefühlt mehr bewirkt als die UEFA."

"Vom ÖFB hätte ich mir mehr Unterstützung erhofft. Ich muss auch meinem Berater danken, der mich mit einem Flieger aus Italien rausgeholt hat. Vielleicht wäre ich sonst immer noch dort...", sagt Wolf. Er betont im Interview zwar, diese Worte nicht gegen den ÖFB sondern für jene, die wirklich geholfen haben, zu wählen. Unzufriedenheit mit der Versorgung des eigenen Teams schwingt dennoch mit.

"Vor Salzburg muss ich den Hut ziehen. Mein Vertrag lief nur noch drei Tage, sie haben sich trotzdem sehr um mich gekümmert, hätten mich zum Beispiel auch in Salzburg operiert."

Wann er zurück am Platz sein kann? "Wahrscheinlich im Oktober."

(SeK)

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