Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff, das aus Argentinien kam, macht sich jetzt ein Team argentinischer Wissenschafter auf den Weg nach Ushuaia. Die Experten sollen herausfinden, ob es am Ausgangspunkt der Reise der "Hondius" Nagetiere gibt, die das Hantavirus übertragen haben könnten. "Die Ergebnisse sollten binnen vier Wochen vorliegen", erklärte der Epidemiologe und Gesundheitsbeauftragte der Provinz, Juan Petrina, am Donnerstag vor Journalisten vor Ort.
"Die Idee ist, nächste Woche Proben (von Nagetieren) zu entnehmen", sagte Petrina. Wie viele Tiere untersucht werden, verriet er nicht.
Der Urlaubsort Ushuaia in Feuerland im Süden Argentiniens wehrt sich heftig gegen den Vorwurf, dass der Hantavirus-Ausbruch dort seinen Ursprung gehabt haben könnte. Laut den örtlichen Behörden ist das Hantavirus seit 30 Jahren nicht mehr in der Region aufgetreten. Auch die Langschwanzratte, die den von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Stamm Andes verbreitet, soll dort schon lange nicht mehr vorkommen.
"Die epidemiologische Lage in der Region hat sich nicht verändert", betonte Petrina. "Wir hatten keine Hantavirus-Fälle. Und seit der Abfahrt des Schiffes sind bereits 45 Tage vergangen", fügte er hinzu.
Auch die Gesundheitsministerin der Provinz Feuerland, Judit di Giglio, und die Tourismusbehörden wollen die Bevölkerung beruhigen: "Der Überträger (des Hantavirus) ist in unserer Provinz nicht vorhanden", sagte die Ministerin. Es sei nicht nur sicher, in der Region Urlaub zu machen, sondern auch, dort zu leben, hieß es von der Tourismusbehörde.
An Bord der "Hondius" kam es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, beim dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.