Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde werden zwei erkrankte Personen an Bord sowie eine weitere Person in die Niederlande ausgeflogen. Die medizinische Evakuierung der beiden Erkrankten, die dringend behandelt werden müssen, erfolgt mit zwei speziellen Flugzeugen. Diese sind gerade auf dem Weg nach Kap Verde, wie der niederländische Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions am Dienstag auf X bekanntgegeben hat.
Von dort werden die Patienten dann weiter in die Niederlande gebracht. Zusätzlich wird eine Person evakuiert, die Kontakt zur am 2. Mai verstorbenen deutschen Passagierin hatte, so Oceanwide Expeditions weiter. Einen genauen Zeitplan für die Evakuierung gibt es noch nicht.
Sobald die drei Betroffenen das Schiff verlassen haben, wird die "Honduis" Kurs auf die Kanaren nehmen – entweder nach Teneriffa oder Gran Canaria, erklärte der Veranstalter.
Das Kreuzfahrtschiff mit etwa 150 Menschen an Bord liegt seit Sonntag vor Kap Verde im Atlantik vor Anker, nachdem das Virus an Bord festgestellt worden war. Die Behörden des afrikanischen Inselstaats lassen die Passagiere nicht an Land. Drei Menschen, darunter eine Deutsche, sind bisher an den Folgen gestorben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. Der erste Passagier, der auf dem Schiff erkrankt ist, dürfte sich laut WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove vermutlich schon vor Beginn der Reise angesteckt haben.
Gestartet hat die Kreuzfahrt in Ushuaia in Argentinien. Die dortige Epidemiebehörde erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, es sei "höchst unwahrscheinlich", dass das Virus dort seinen Ursprung habe. Um das annehmen zu können, müsste es in der Provinz einen nachgewiesenen Hantavirus-Fall geben, "und das war nicht der Fall", sagte der Chef der Gesundheits- und Epidemiebehörde der Region, Juan Petrina.
Ein erster Passagier aus den Niederlanden ist laut Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau verließ am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik das Schiff, um ihren verstorbenen Mann nach Hause zu begleiten.
Schon einen Tag später flog die Witwe, die laut WHO ebenfalls an Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung litt, nach Johannesburg. Während des Fluges verschlechterte sich ihr Zustand deutlich, sie starb einen Tag später im Krankenhaus in Johannesburg.
Die WHO gab am Dienstag bekannt, dass sie mit der Kontaktverfolgung der 82 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder begonnen hat, die mit der Frau im Flugzeug waren.
Eine deutsche Passagierin, die am 28. April Fieber bekommen hat, erkrankte später an einer Lungenentzündung und starb am 2. Mai. Ihr Leichnam befindet sich weiterhin auf dem Schiff.