Eine 83-Jährige liegt nach einem blutigen Angriff in einem Meidlinger Wohnbau schwer verletzt im Spital. Wie "Heute" erfuhr, hatte die Tat eine längere Vorgeschichte.
Ein 59-Jähriger war am Mittwoch in der gemeinsamen Wohnung mit einer Hantel auf seine Mutter losgegangen, hatte ihr das Gewicht mehrmals auf den Kopf geschlagen. Dann wählte der Wiener den Notruf und gab an, die 83-Jährige getötet zu haben. Rettung und Beamten der wenige Meter entfernten Polizeiinspektion waren schnell vor Ort, Sanitäter brachten die blutüberströmte Frau in ein Krankenhaus – sie überlebte.
Gegenüber der Polizei gab der Verdächtige an, wegen psychischen Problemen auf seine eigene Mutter eingeschlagen zu haben. Anrainer berichten über die traurige Vorgeschichte: Erst vergangenes Jahr sei der Zwillingsbruder des 59-Jährigen, mit dem er gemeinsam dort gelebt hatte, in dem Wohnbau ums Leben gekommen – der Verlust traf den Wiener schwer. Die Brüder galten unter Nachbarn als Eigenbrötler und zurückgezogen, grüßten beim Vorbeigehen nicht, fielen aber auch nie anderweitig auf.
Zuletzt hatte der Wiener mit seiner Mutter unter einem Dach gelebt, sich um die 83-Jährige gekümmert. Einen Streit habe es vor der Tat nicht gegeben, so der Verdächtige zur Polizei. Auch, wenn die Frau überlebte – die Familie ist ein Jahr nach dem Todesfall des Bruders nun wohl endgültig zerbrochen.