Harte Bandagen: Streit zwischen Janko und Stevens

Der Zwist zwischen Salzburg-Coach Huub Stevens und ÖFB-Teamstürmer Marc Janko geht weiter. Jetzt meldet sich der Stürmer offensiv zu Wort. Die Rüge von Sportchef Dietmar Beiersdorfer lässt nicht lange auf sich warten.

Kehrt Marc Janko Salzburg den Rücken?

Janko wehrt sich gegen die jüngst geäußerten Vorwürfe seines Klub-Trainers (Stevens: "Nur vorne herumstehen, das geht im modernen Fußball nicht mehr"). Vor allem Kritik vor versammelter Mannschaft stößt dem Torschützenkönig der Saison 2008/09 sauer auf.

"Leistung bringen, wenn man mit Negativem konfrontiert wird?"

"Er hat es stets verpackt in das Argument, dass er einen Spieler besser machen möchte. Es geht aber um die Art und Weise, wie er das macht. Ich vertrage Kritik. Einige Spieler aus der Mannschaft haben mich gefragt, ob ich mir etwas zu Schulden kommen habe lassen. Es ist schwer, eine gute Leistung zu bringen, wenn man nur mit Negativem konfrontiert wird."

"Stevens hat zwei Gesichter"

Das Gesprächsklima zwischen Spieler und Trainer scheint völlig zerstört. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Er zeigt zwei Gesichter: eines nach außen und ein anderes intern. Und das bekommt die Öffentlichkeit nicht mit."

Während dem Urlaub nach dem Kroatien-Länderspiel will Janko in Ruhe über seine nahe Zukunft nachdenken. "Es geht mir nicht ums Sportliche, sondern ums Zwischenmenschliche. Es sind Dinge passiert, da hat er (Stevens, Anm.) weit über das Ziel hinausgeschossen", sagte er dem Kurier.

"Salzburg als Team gewinnt, der Janko verliert"

Der bald 27-Jährige geht noch weiter. Nach dem Spiel gegen die Austria (0:1) ist es in der Kabine zum Eklat gekommen. "Er hat mir lautstark erklärt, dass ich die Schuld tragen würde, wenn wir nicht Meister werden würden. Das war doch immer so: Salzburg als Team gewinnt, und der Janko verliert."

Zu guter Letzt wollte Stevens Janko auch nicht zum Begräbnis seines besten Freundes Gustav Kral lassen. "Seine Familie wollte, dass ich eine Rede am Grab halte. Stevens hat mir gesagt, dass ich die Mannschaft im Stich lassen würde, wenn ich zum Begräbnis fahre. Also entweder Begräbnis oder spielen."

Die Causa dreht sich auch um das taktische Konzept der Salzburger. Anders als im Vorjahr, wird weniger über die Seiten gespielt. Der Niederösterreicher hat in der abgelaufenen Saison nur zwei Kopfballtore erzielt. Im Vorjahr waren es noch 15. Janko: "Ich habe mich nach anfänglichen Problemen aber angepasst. Wie gesagt, hier geht es nur ums Menschliche."

Beiersdorfer: "Ein inakzeptables Interview"

Seitens Red Bull wird umgehend auf die Janko-Aussagen reagiert. Sportchef Dietmar Beiersdorfer spricht von "einem inakzeptablen Interview. Weil es ganz einfach dem Kodex widerspricht, in der Öffentlichkeit nicht über eigene Mitspieler oder den Trainer zu sprechen. Darüber werden wir natürlich reden müssen, wenn Marc von der Nationalmannschaft zurück kehrt."

Beiersdorfer stärkt Stevens demonstrativ den Rücken. "Der Trainer hat nur moniert, dass Janko weniger gearbeitet hat. Stevens ist ein Mann, der das anspricht. Es gibt wenige Trainer, die konfrontieren, eine Meinung klar ins Gesicht sagen. Und das müssen wir uns erhalten. Weil sonst wird nur noch Politik gemacht, auch in der Kabine. Und das darf nicht der Fall sein."

Sportnet/red.

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