Das Parlament verabschiedete am Dienstag ein neues Gesetz, das die Todesstrafe für Täter ermöglicht, die Menschen zur Arbeit in Online-Betrugszentren zwingen. Außerdem drohen Haftstrafen von zehn Jahren bis lebenslang, wenn Menschen mit Folter, rechtswidrigem Festhalten oder anderer grausamer Behandlung zu Internetbetrug gezwungen werden.
In Myanmar haben sich vor allem in den Grenzregionen zahlreiche kriminelle Betrugszentren angesiedelt. Dort werden Menschen oft gegen ihren Willen festgehalten und gezwungen, Opfer im Internet um ihr Geld zu bringen.
Zu den bekanntesten Maschen zählen sogenannte "Romance Scams", bei denen Kriminelle Liebesbeziehungen vortäuschen, um Geld zu ergaunern. Auch Betrug mit Kryptowährungen oder Online-Glücksspielen gehört zum Geschäft.
Der Militärjunta wurde lange vorgeworfen, die kriminellen Machenschaften zu dulden. Seit Jahresbeginn geht sie jedoch verstärkt gegen die Betreiber der Betrugszentren vor.
Experten sehen dafür vor allem den Druck aus China als Grund. Peking hat den Kampf gegen die milliardenschwere Online-Betrugsindustrie in Südostasien zuletzt deutlich intensiviert und arbeitet dafür enger mit den Regierungen der Region zusammen. Tausende chinesische Verdächtige wurden bereits an ihre Heimat ausgeliefert.