Für eine Austro-Legende ist das Duell zwischen Rapid Wien und Schalke 04 die große Sternstunde des Fußballjahres: Franz Hasil (64) schnürte seine Packln vor vier Jahrzehnten erst für Rapid, dann für die Königsblauen. Im Heute-Interview erzählt er, wie er dort gegen seine Pläne Schützenkönig wurde.
Wem drücken Sie am Samstag im St. Hanappi die Daumen?
Ich hoffe sehr auf ein Unentschieden. Ich würde nur ungern einen der beiden Klubs verlieren sehen und bin auch schon leicht aufgeregt. Obwohl ich fürchte, dass auf Schalke heute kaum mehr einer weiß, wer ich bin.
Sie kamen als Rapid-Doublegewinner 1968 nach Gelsenkirchen - ein Traum für Sie?
Ja, es war eine tolle Zeit, der Verein hatte die besten Fans in ganz Deutschland, ich habe dort heute noch Freunde wie den Klaus Fichtel. Nur der Trainer war ahnungslos und ließ mich stürmen, obwohl ich das nicht wollte. Der Hansi Krankl hätt sich an meiner Stelle gfreut, Schützenkönig zu sein, ich nicht. Ich wollte Einfädler sein und ging deshalb ein Jahr später zu Feyenoord Rotterdam, wo Ernst Happel coachte.
Und wo Sie dann ja auch den Meistercup gewannen
Ja, aber das war keine leichte Zeit. Die Holländer waren sehr Deutsch-feindlich und der Happel hat mich überhaupt nicht unterstützt. Im Gegenteil.
Wolfgang Kreuziger