Fussball

Hat Alaba gelogen? Er wusste von der Bayern-Deadline

Das Hickhack um ÖFB-Star David Alaba geht weiter. Der Bayern-Abwehrstar dürfte nicht ganz ehrlich gewesen sein.
Phillip Platzer
05.11.2020, 15:35

"Ich habe es auch erst aus den Medien erfahren", äußerte sich Alaba zum zurückgezogenen Bayern-Angebot und vermeldete, dass er "sehr verletzt" sei. Doch nun kommen weitere Details ans Tageslicht, sein Verein "blattelt" den Verteidiger öffentlich auf und widerlegt die Aussagen des Wieners.

Laut Kicker wussten Alaba und sein Management ganz genau von der Frist bis 1. November, 15:00 Uhr. Bis zur Deadline hatte sich niemand bei den Bayern gemeldet, so wischte Bayern-Präsident Herbert Hainer das letzte Offert vom Tisch.

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Ein Vertrag bis 2024 mit einer jährlichen Steigerung, die gegen Ende inklusive Prämien an die 20-Millionen-Grenze ging - immer noch zu wenig für die Alaba-Seite. Derzeit casht der ÖFB-Star um die 15 Millionen, er möchte unbedingt in die Top-Verdiener-Riege der Münchner rund um Robert Lewandowski (21 Millionen) und Manuel Neuer (22 Millionen) aufsteigen.

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic meldete sich sogar einen Tag vor Ablauf der Deadline noch einmal bei Berater Pini Zahavi. Die trockene Antwort: Das Angebot müsse aufgebessert werden.

So informierte "Brazzo" Alaba nach dem Training am Sonntag in einem 30-minütigen Vieraugengespräch, dass das Angebot nicht mehr gilt. Alaba soll es laut Kicker ohne große Regung hingenommen haben. Umso überraschender kam es dann, dass der ÖFB-Star erklärte, dass er von der Sache erst über die Medien erfahren hatte.

Wahrscheinlich reagierte Salihamidzic auch deswegen vor dem Champions-League-Spiel gegen Salzburg so angefressen und schlug die Tür für eine Einigung praktisch zu: "Ich wüsste nicht, wie wir noch zusammenfinden sollten!"

Alaba krisitierte auch vor den Medien, dass er gegen Leroy Sané eingetauscht werden sollte. Diese Idee kam allerdings von Manchester City und nicht von den Bayern, wie Salihamidzic versicherte. Die Variante sei kurz mit Zahavi besprochen worden, war aber niemals ein wirkliches Thema. Auch hier widerlegen die Münchner die Aussagen ihres Abwehrchefs.

Die Bayern werden jetzt versuchen, Alaba schon im Winter zu verkaufen, um noch Ablöse zu kassieren, im Sommer 2021 kann er gratis wechseln - für Salihamidzic ein "Super-GAU."

Die Münchner dürften sogar schon einen Nachfolger für den ÖFB-Teamkicker auf dem Zettel haben. Obwohl Salihamidzic sagt, die Bayern seien auf der Innenverteidiger-Position "auch ohne Alaba top-besetzt", soll der 20-jährige Perr Schuurs von Ajax Amsterdam an die Säbener Straße übersiedeln.