Wirt vor Gericht

"Haus anzünden" – Google-Bewertung mit schlimmen Folgen

Haare im Essen, schlechte Qualität: Eine Google-Bewertung soll einen Wirt auf die Palme gebracht haben. Jetzt stand er in Linz vor Gericht.

Oberösterreich Heute
"Haus anzünden" – Google-Bewertung mit schlimmen Folgen
Der beschuldigte Gastronom (33) musste sich vor dem Landesgericht Linz verantworten.
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Der Grund für den Unmut des Gastronomen: Eine 31-jährige Kundin seines Pizza- und Kebab-Lokals soll sich im Vorjahr im Internet massiv beschwert haben.

Jetzt hatte der Vorfall juristische Folgen. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der erboste 33-jährige Unternehmer habe der Frau gedroht, ihre Wohnung anzuzünden, wenn sie die negative Bewertung nicht sofort aus dem Netz lösche.

In der Verhandlung am Landesgericht stellte sich das Ganze dann doch anders dar: Der weibliche Gast sei regelmäßig bei ihm im Lokal gewesen – "mit tiefem Dekolleté", zitieren die "Oberösterreichischen Nachrichten" den Beschuldigten. Aber nicht wegen seiner Pizzas, sondern, "weil sie etwas von mir wollte."

Die Richterin interessierte es, ob geküsst worden sei . "Nein, ich sie nicht", so der Mann. Denn: Er habe nichts von ihr gewollt.

"Ganz schlechtes Türkisch"

Dann legte der Wirt die WhatsApp- und Instagram-Nachrichten zwischen ihm und der Frau vor. Die Dolmetscherin übersetzte die Zeilen und entschuldigte sich für "ganz schlechtes Türkisch".

Sie verwies darauf, dass es in der Sprache eine Redewendung gebe, mit der man dritte Personen bezeichne. Dann sei aber nicht klar, ob das Fürwort auf Deutsch "sein" oder "ihr" bedeute.

Der Satz, der den Fall ins Rollen gebracht hat, lautete: "Ich werde sein/ihr Haus anzünden." Aber: Geschrieben soll ihn nicht der Wirt haben, sondern die angeblich schwer bedrohte Kundin. Von ihr stamme: "Auch dein Geschäft zünde ich an, wenn ich ihn/sie verliere."

Telefon gesperrt

Der Angeklagte erklärte außerdem, dass er die 31-Jährige nie vom Festnetz im Lokal angerufen habe. Aus Kostengründen sei es für Telefonate nach außen gesperrt.

Schließlich stand es Aussage gegen Aussage. "Aber ich glaube ihm mehr als ihr", fasste die Richterin den noch nicht rechtskräftigen Freispruch zusammen. Möglicherweise wird noch dagegen berufen.

Hier kostet Krügerl jetzt 6 Euro

Gäste haben sich an Preise von über 5 Euro für ein Krügerl gewöhnt. Das Fass scheint aber keinen Boden zu haben, wie die Karte eines Linzer Lokals zeigt.

Für ein Krügerl Bier verlangt der Gastronom in der Innenstadt 5,90 Euro. Mit Trinkgeld macht das in den meisten Fällen mindestens 6 Euro. Und auch weniger Durstige müssen tief in die Geldbörse greifen: 5,20 Euro kostet ein Seiterl, 4,40 Euro ein Pfiff.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Ein Wirt in Linz stand vor Gericht, nachdem eine Kundin eine schlechte Google-Bewertung hinterlassen hatte
    • Der Wirt soll gedroht haben, ihr Haus anzuzünden, es stellte sich jedoch heraus, dass die Situation komplexer war, und die Richterin sprach den Wirt frei
    • Zusätzlich zu diesem Vorfall wurde ein Linzer Local bekannt für die hohen Bierpreise - fast 6 Euro für ein Krügerl
    red
    Akt.