Ein ohrenbetäubender Knall und eine riesige Druckwelle erschütterten am Sonntag kurz nach Mitternacht die Anrainer am Karl-Benz-Weg in Wien-Floridsdorf. Um 0.34 Uhr war es in einem Einfamilienhaus zu einer massiven Gasexplosion gekommen – "Heute" berichtete.
Anrainer Thomas L. (56) ging sofort aus seinem Haus, um nach der Ursache der Explosion und dem aufsteigenden Rauch sehen – und mutierte dadurch wohl zum Lebensretter. Das Haus direkt gegenüber dem Explosionsherd stand in Flammen. Geistesgegenwärtig ging er ins Haus hinein und zog eine Frau aus dem Flammen-Inferno.
Gegenüber "Heute" schildert die 56-Jährige das Geschehene: "Die Explosion war ein Wahnsinn! Es war, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte – alle Scheiben haben gezittert und ich habe eine richtige große Druckwelle gespürt."
Thomas L. befürchtete das Schlimmste, war noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte beim Feuer. Dort schrie ein junger Mann um Hilfe und meinte, eine Frau sei in dem Haus gegenüber gefangen. Dieses hatte im Zuge der Explosion Feuer gefangen.
Thomas packte die Frau und brachte sie in Sicherheit. Danach übergab er sie an einen jungen Mann. Darüber hinaus versuchte der 56-Jährige, die Vorhänge herunterzureißen, um das Feuer einzudämmen. Das gelang ihm jedoch nicht. Im Zuge der Rettungsaktion verletzte sich der Wiener, zog sich eine Schnittwunde zu.
Trotz der Gefahr dachte er nicht an sich selbst, sondern rettete womöglich ein Menschenleben. Der 56-Jährige wurde von der Berufsrettung versorgt, ihm geht es mittlerweile wieder gut. Seine geistesgegenwärtige Reaktion verhinderte zudem eine weitere Tragödie.
Die Gasexplosion in dem Einfamilienhaus beschäftigt indes weiter die Beamten. Der 93-jährige Hausbewohner soll die Explosion laut Polizei absichtlich verursacht haben. Er wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung festgenommen.
"Heute" kennt Details zur Vorgeschichte der mutmaßlich absichtlich herbeigeführten Gasexplosion. Er soll alleine gelebt haben, doch der Stiefsohn wollte ihn laut "Heute"-Infos aus dem Haus haben und in ein Heim stecken.
Der rüstige Pensionist, der jeden Tag draußen war und noch selbst Auto fuhr, habe ein lebenslanges Wohnrecht besessen. Am 8. Juli hätte eine Gerichtsverhandlung über den weiteren Verbleib des Mannes im Haus stattfinden sollen. "Die Familienangelegenheit geht schon seit zwei Jahren hin und her", heißt es. Eine Kurzschlussreaktion soll den 93-Jährigen dazu bewegt haben, das Haus in die Luft zu jagen. Er befand sich dabei im Keller, wurde schwer verletzt von Suchhunden aufgespürt, ins Spital gebracht und in weiterer Folge festgenommen.