"Ich habe keine Nerven mehr"

Haus in Luft gesprengt! Das sagte Wiener vor Explosion

Nach der Explosion in Wien kommen neue Details ans Licht. Ein Nachbar schildert, wie sehr den 93-Jährigen der bevorstehende Gerichtstermin belastete.
André Wilding
07.07.2026, 09:00
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Nach der verheerenden Gasexplosion in Wien-Floridsdorf verdichten sich die Hinweise darauf, was den 93-jährigen Hausbesitzer in den Tagen vor der Tat beschäftigt haben dürfte. Der Pensionist liegt nach der Explosion weiterhin auf der Intensivstation im künstlichen Tiefschlaf.

Wie "Heute" berichtete, soll der Wiener in der Nacht auf Sonntag sein Haus mit einer Gasexplosion zerstört haben. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, acht Personen erlitten leichte Verletzungen.

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"Er war mit 93 Jahren noch nie vor Gericht"

In der Nachbarschaft herrscht weiter Fassungslosigkeit. Viele beschreiben Walter S. als freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Besonders ein bevorstehender Termin am Bezirksgericht dürfte den 93-Jährigen schwer belastet haben.

"Er war mit seinen 93 Jahren noch nie vor Gericht. Das hat ihn fertiggemacht", erzählt ein Nachbar gegenüber der "Kronen Zeitung". Gemeinsam mit seiner Frau hatte er engen Kontakt zu dem Pensionisten. "Wir haben ihn oft zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten oder Silvester zu uns eingeladen", sagt sie. Seit dem Tod seiner Ehefrau vor knapp zehn Jahren habe Walter S. alleine in dem Haus gelebt.

Lebenslanges Wohnrecht

Nach Angaben aus der Nachbarschaft hatte Walter S. das Haus aus den 1930er-Jahren über viele Jahre erweitert und schließlich seinem Stiefsohn übergeben. Im Gegenzug erhielt er ein lebenslanges Wohnrecht. "Man hat dem Buam noch zwei Millionen Schilling (145.344 Euro) gegeben als Entschädigung für Mietentgang", berichtet der Nachbar der Tageszeitung.

Zwischen Walter S. und seinem Stiefsohn soll das Verhältnis seit längerer Zeit zerrüttet gewesen sein. Am Mittwoch hätten sich beide vor dem Bezirksgericht gegenüberstehen sollen. Dabei soll es unter anderem um den Vorwurf gegangen sein, der Pensionist habe die Unterschrift seines Stiefsohns im Zusammenhang mit einem Carport gefälscht.

"Es wird alles gut gehen"

Außerdem standen laut "Krone" ein Bauwerksbuch sowie das Schließen eines Gartentors im Raum. Nachbarn schildern den 93-Jährigen als außergewöhnlich rüstig. Er habe den Haushalt selbst geführt, den Rasen gemäht und sei regelmäßig mit dem Auto unterwegs gewesen. Auch sein Hausarzt sei von seinem guten Gesundheitszustand überrascht gewesen.

Nur wenige Stunden vor der Explosion telefonierte Walter S. am Samstag gegen 17.30 Uhr noch mit seinem Nachbarn, der sich auf einem Kurzurlaub befand. Dabei sagte er laut "Krone": "Ich habe keine Nerven mehr."

Der Nachbar versuchte ihn daraufhin zu beruhigen: "Am Montag können wir über alles reden. Reg' dich nicht auf, es wird alles gut gehen!" Doch dazu kam es nicht mehr.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 07.07.2026, 09:00
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