Ein berstender Knall, dann lagen überall Scherben und Schutt: Um 0:34 Uhr riss eine ohrenbetäubende Explosion Bewohner am Karl-Benz-Weg und in der Umgebung aus dem Schlaf. "Wir dachten zuerst, es ist ein Erdbeben. Dann haben wir schon den Rauch gesehen", erzählt ein Mann aus der direkten Nachbarschaft am nächsten Morgen im Gespräch mit "Heute".
Aus den Trümmern des explodierten Hauses wurde ein 93-Jähriger geborgen. Er liegt jetzt schwer verletzt auf der Intensivstation und befindet sich in künstlichem Tiefschlaf – er könnte mutmaßlich der Verursacher der Katastrophe sein: "Er hat alleine gelebt, doch der Stiefsohn wollte ihn aus dem Haus haben und in ein Heim stecken", heißt es.
Der rüstige Pensionist, der jeden Tag draußen war und noch selber Auto fuhr, habe ein lebenslanges Wohnrecht besessen. Am 8. Juli hätte eine Gerichtsverhandlung über den weiteren Verbleib des Mannes im Haus stattfinden sollen. "Die Familienangelegenheit geht schon seit zwei Jahren hin und her."
Noch im Krankenhaus wurde der 93-Jährige formell festgenommen. Der Verdacht lautet auf vorsätzliche Gemeingefährdung. Bedeutet: Möglich, dass der Mann absichtlich das Gas aufdrehte und zur Explosion brachte. Für den schwerverletzten Pensionisten gilt die Unschuldsvermutung.
Wie hoch der entstandene Schaden ist – an Nachbargebäuden zerfetzte es Fenster und Fassaden, in einem brach ein Brand aus –, steht derzeit noch nicht fest. Die Brandermittler arbeiten weiterhin daran, die genauen Umstände der Explosion haargenau zu klären.
"Die Explosion war ein Wahnsinn! Es war, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte", so Nachbar Thomas L. zu "Heute". Der Mann war sofort aus seinem Haus gestürmt und hatte gesehen, dass ein Gebäude gegenüber durch die Detonation Feuer gefangen hatte. Ein Mann schrie, dass noch eine Frau darin gefangen sei.
Thomas L. fackelte nicht lange: Er stürmte zu dem brennenden Haus, wagte sich todesmutig hinein und entdeckte schließlich tatsächlich eine Bewohnerin. Kurz entschlossen packte er die Frau und zerrte sie ins Freie, wo er sie an einen jungen Mann übergab. Dann versuchte der 56-Jährige, die Vorhänge herunterzureißen, um das Feuer einzudämmen. Im Zuge der Rettungsaktion verletzte sich der Wiener, zog sich eine Schnittwunde zu.