Die österreichische Nationalmannschaft spielt am Mittwoch in Linz das letzte Länderspiel des Fußball-Jahres. Unter Teamchef Marcel Koller hat das ÖFB-Team 2012 nur eine einzige Niederlage kassiert - und das gegen Deutschland (1:2). Im Test gegen das Starensemble der Elfenbeinküste soll eine Überraschung gelingen. Doch Koller lässt stark rotieren, stellt Heinz Lindner ins Tor.
Koller mischt die Karten neu, will einigen Spielern, die zuletzt im Team nicht regelmäßig zum Einsatz gekommen sind, eine Chance geben. Bis zu sieben oder acht Positionen könnten sich im Vergleich zum 4:0 gegen Kasachstan ändern. "Wir haben 23 Spieler im Kader, da gibt es kein B-Team", betonte Koller. "Jeder, der hier ist, hat das Vertrauen."
Im Tor beginnt anstelle von Robert Almer, der bei Fortuna Düsseldorf nur Reservist ist, Austria-Keeper Heinz Lindner. Der 22-Jährige kommt ausgerechnet in seiner Heimatstadt Linz zu seinem zweiten Länderspiel. "Er hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und bei der Austria zuletzt gute Leistungen gezeigt", begründete Koller. "Er ist noch sehr jung für einen Torhüter, da fehlt im vielleicht das eine oder andere Mal die Erfahrung. Die bekommt er aber nur durch Spiele."
Keine Degradierung Almers, große Dichte
Von einer Degradierung Almers, der sich unter Koller zur Nummer eins im ÖFB-Team aufgeschwungen hat, will der Teamchef nichts wissen. "Das ist nichts gegen Robert und hat auch nichts damit zu tun, dass er in Düsseldorf nicht spielt", erklärte Koller. Stattdessen wolle er auch anderen Kaderspielern die Möglichkeit geben, sich "gegen ein Weltklasseteam zu zeigen".
Infrage kommen von Beginn an etwa Innenverteidiger Aleksandar Dragovic, der zweikampfstarke oder Flügelspieler Jakob Jantscher. Dazu will Koller alle sechs Wechselmöglichkeiten ausschöpfen. Die wöchentliche Doppelbelastung, unter der mehrere Legionäre stehen, wird miteinbezogen. "Wir wollen ein positives Ergebnis holen", versicherte Koller. "Es ist aber auch in meinem Interesse, die Spieler nicht kaputt zu machen."
"Die Konkurrenz schläft nicht"
Mittlerweile ist auch die Qualität des Kaders größer. "Jeder ist sich bewusst, dass er an sich arbeiten muss", erklärte Kapitän Christian Fuchs. "Die Konkurrenz schläft nicht. Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wir wissen aber auch, dass im Ernstfall alle an einem Strang ziehen."
Der Ernstfall wird gegen die Elfenbeinküste geprobt, danach auch noch am 6. Februar gegen Wales. Im März geht es mit der WM-Qualifikation gegen Färöer und in Irland weiter.
Die möglichen Aufstellungen
Österreich: Lindner (Austria Wien, 1 Länderspiele/-2 Gegentore) - Klein (Red Bull Salzburg, 12 Länderspiele/0 Tore), Prödl (Werder Bremen/GER, 37/3), Dragovic (FC Basel/SUI, 17/0), Fuchs (Schalke 04/GER, 51/1) - Baumgartlinger (Mainz 05/GER, 24/0), Alaba (Bayern München/GER, 20/1) - Arnautovic (Werder Bremen/GER, 22/7), Junuzovic (Werder Bremen/GER, 23/3), Jantscher (Dynamo Moskau/RUS, 13/1) - Janko (Trabzonspor/TUR, 30/13)
Elfenbeinküste: Barry (KSC Lokeren/BEL, 66) - Eboue (Galatasaray/TUR, 73/3), Bamba (Trabzonspor/TUR, 31/2 Tore), Kolo Toure (Manchester City/ENG, 101/6), Tiene (Paris St. Germain/FRA, 81/2) - Zokora (Trabzonspor/TUR, 105/1), Tiote (Newcastle/ENG, 32/0), Yaya Toure (Manchester City/ENG, 70/10), Gradel (AS St. Etienne/FRA, 17/2) - S. Kalou (Lille/FRA, 48/18), Drogba (Shanghai Shenhua/CHN, 89/58)