Heiß auf Hasenhüttl! BVB will die Bayern kopieren

Dortmund steckt in der Krise – Trainer Peter Bosz wackelt. Ralph Hasenhüttl wird als möglicher Zukunftsmann genannt.

Aus einem tollen Saisonstart mit Tabellenführung wurde eine handfeste Krise. Dortmund fiel in der Bundesliga auf Rang fünf zurück, hat bereits neun Punkte Rückstand auf Leader Bayern. In der Champions League verpasste der BVB den Einzug in die K.o.-Phase, muss nach der jüngsten 1:2-Heimpleite gegen Tottenham sogar um Tabellenrang drei und die Europa League zittern.

Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt steht Trainer Peter Bosz darum unmittelbar vor dem Aus. Am Samstag steigt das Revierderby gegen den erbitterten Rivalen Schalke. Eine Niederlage würde dem Coach wohl seinen Job kosten. Teile der deutschen Presse haben das Kapitel Bosz schon abgehakt.

Kopiert Dortmund die Bayern?

Die Bildbezeichnete seine Bestellung zum Cheftrainer inzwischen als Fehler, er habe nicht die nötige Fähigkeit der "Willenslenkung und Motivation" wie Ex-Erfolgstrainer Jürgen Klopp.

Das Blatt will ein mögliches Zukunftsszenario des Klubs kennen. Dortmund orientiere sich demnach ausgerechnet am Modell der Konkurrenz. Der BVB denke über die Bayern-Methode nach: Einen erfahrenen Trainer bis zum Saisonende für Stabilität sorgen lassen, ehe ein Zukunftsmann übernimmt.

Der 68-Jährige Ottmar Hitzfeld könne die Rolle von Jupp Heynckes übernehmen, der die Bayern wieder in die Spur geführt hat. Offiziell hat Hitzfeld seine Trainerkarriere schon beendet. Das galt bis vor kurzer Zeit aber auch noch für Heynckes.

Die Zukunft gehöre jedenfalls jüngeren Kandidaten. Drei Namen werden genannt, zwei davon haben Österreich-Bezug: Ralph Hasenhüttl (Leipzig), Niko Kovac (Frankfurt). Neben Julian Nagelsmann (Hoffenheim), der auch in München hoch im Kurs stehen soll, soll also mit Hasenhüttl auch ein Österreicher im Rennen um einen der begehrtesten Jobs im europäischen Klub-Fußball sein.

Hasenhüttl und Kovac im Rennen



Hasenhüttl sorgt mit dem RB Leipzig in der Bundesliga für Furore. Gleich im ersten Jahr in der höchsten Spielklasse gelang der Einzug in die Königsklasse. Auch heuer ärgern die Bullen mit einer jungen Truppe die Top-Teams der Liga und überzeugten in der Champions League zuletzt mit einem 4:1-Auswärtssieg gegen Vorjahres-Halbfinalisten Monaco.

Kovac begann seine Trainerlaufbahn als Jugend- und Assistenzcoach bei Red Bull Salzburg. Nach seiner Zeit als Kroatien-Teamchef übernahm er die Eintracht in einer fast aussichtslosen Situation, führte den Klub ins obere Mittelfeld der Bundesliga.

Watzkes Rolle im Trainer-Wirbel



BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will von all dem nichts wissen. Zuletzt ließ er keine öffentliche Debatte über einen zeitnahen Abschied von Bosz zu. Er sieht das Revierderby nicht als Spiel der letzten Chance, sondern als Chance für die Trendumkehr – zumindest war das seine Botschaft an die Medien.

Bosz genießt bei Watzke einen Bonus, da sein Scheitern auch auf den Dortmunder Boss abfärben würde. Watzke wird eng mit der Trennung von Vorgänger Thomas Tuchel in Verbindung gebracht, der sportlich erfolgreich war, sich aber interne Machtkämpfe lieferte und Teile der Mannschaft nicht mehr erreicht haben soll.

Die gute Performance in der Vorsaison und der Titel im DFB-Pokal lassen die derzeitige Schieflage des Klubs noch deutlicher erscheinen. Schafft es Bosz nicht, das Ruder herumzureißen, könnte das auch als persönliche Niederlage von Watzke ausgelegt werden.

(Heute Sport)

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