Mit dem Herbstbeginn und sinkenden Temperaturen steht die Heizsaison vor der Tür. Zahlreiche Haushalte in Österreich sehen sich mit deutlich höheren Kosten für das Heizen konfrontiert als noch im Vorjahr.
Besonders betroffen sind jene, die ihre Vorräte an Heizöl oder Pellets erst jetzt auffüllen müssen, da die Preise für diese Energieträger spürbar gestiegen sind.
Nach aktuellen Angaben der Österreichischen Energieagentur ist Heizöl im August um 48,1 Prozent teurer als vor einem Jahr. Eine Beispielrechnung aus Oberösterreich zeigt: Für 3.000 Liter Heizöl werden derzeit rund 5.700 Euro fällig – Anfang Jänner lag der Preis noch bei etwa 3.200 Euro.
Auch Pellets sind deutlich teurer geworden: Für sechs Tonnen, die energetisch etwa 3.000 Litern Heizöl entsprechen, müssen aktuell zwischen 2.522 und 2.662 Euro bezahlt werden, während es im Vorjahr noch rund 2.000 Euro waren. Für viele wäre es günstiger gewesen, bereits zu Jahresbeginn ihre Vorräte aufzufüllen.
Auch beim Gas gibt es einen starken Preisanstieg. Seit Jahresbeginn ist der Großhandelspreis in Europa deutlich gestiegen. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Preise von rund 30 auf 74 Euro je Megawattstunde steigen lassen. Die Lage an der Straße von Hormuz, einer wichtigen Route für Flüssiggaslieferungen, bleibt angespannt. Für die über 800.000 österreichischen Haushalte mit Gasheizung ist das eine relevante Entwicklung.
Ein weiterer Grund zur Sorge: Die europäischen Gasspeicher sind vor dem Winter weniger gut gefüllt als in den letzten Jahren. EU-weit liegt der Füllstand bei 71 Prozent, während der Fünfjahresschnitt bei 87 Prozent liegt.
Österreich steht zwar vergleichsweise besser da, doch ein kalter Winter oder anhaltende Lieferprobleme könnten die Preise nochmals steigen lassen.
Die Investmentbank Goldman Sachs hält Preise von über 100 Euro je Megawattstunde für möglich, sollte sich die Lage verschärfen. Es handelt sich hierbei um ein mögliches Szenario, nicht um eine Prognose.
Wie sich die Energiepreise im weiteren Verlauf des Winters entwickeln, ist schwer vorherzusagen. Klar ist aber: Wer Öl oder Pellets erst kurz vor Beginn der Heizsaison kauft, muss derzeit oft deutlich mehr bezahlen als noch zu Jahresbeginn.
Während Fernwärme und Strom bislang weniger stark von den Preissteigerungen betroffen sind, stehen Haushalte mit Öl-, Gas- oder Pelletheizung vor einer besonders teuren kalten Jahreszeit.