Packen wirs an! Optimistisch und entschlossen geht Teamchef Marcel Koller in das entscheidende Quali-Jahr für die EM 2016. Was schon gut ist und was noch besser werden muss, verriet der Schweizer im großen "Heute"-Interview.
Packen wir’s an! Optimistisch und entschlossen geht Teamchef . Was schon gut ist und was noch besser werden muss, verriet der Schweizer im großen "Heute"-Interview.
"Heute": Herr Koller, Liechtenstein-Coach Rene Pauritsch meinte, er hätte den besten Job der Welt – wie gut ist Ihrer?
Marcel Koller: "Der ist auch gut. Und wenn wir erfolgreich sind, macht er doppelt so viel Spaß (lacht). Auch wenn der Druck in Österreich, bei einer Endrunde dabei zu sein, sicher größer ist als in Liechtenstein."
"Heute": Apropos: Österreichs Bundesliga-Trainer glauben, dass die Nationalelf reif für die EM 2016 ist. Liegen sie richtig?
Koller: "Wir sind auf einem guten Weg. Wenn jeder die Qualität, die er hat, einbringt, können wir erfolgreich sein. Speziell im letzten halben Jahr war das der Fußball, den ich mir vorstelle."
"Heute": Das System Koller greift also.
Koller: "Ja, nach drei Jahren hier kann ich sagen: Okay, das ist unser Team. Jetzt müssen wir nur noch an Stellschrauben drehen. Deshalb setze ich beim Kader so sehr auf Kontinuität. Aber ich bin auch überzeugt: Jeder kann noch ein bisschen mehr tun."
"Heute": Sie haben die Spieler vier Monate nicht gesehen – ein Problem?
Koller: "Ja, schon. Das ist eine lange Zeit. Und die Vorbereitungsdauer für das Spiel gegen Liechtenstein ist kurz. Für eine gezielte Arbeit bleiben zwei Tage. Aber natürlich halte ich auch zwischendurch ständig Kontakt – auch über WhatsApp."
"Heute": Mit Alaba und Junuzovic hat das Team plötzlich zwei Top-Freistoßschützen – wer schießt?
Koller: "Ein Luxusproblem, denn besser könnte es für mich nicht sein: Der eine schießt von links, der andere von rechts."
"Heute": Bei Bayern spielt Alaba alles, bleibt er im Team im Mittelfeld?
Koller: "Sicher, ich sehe seine Idealposition im zentralen Mittelfeld mit Freiheiten nach vorne. David ist ein exzellenter Fußballer, dynamisch, erkennt Situationen blitzschnell, schießt Tore – warum er bei den Bayern meist hinten spielt, weiß ich nicht."
"Heute": Legionäre dominieren im Team. Muss man ins Ausland, um Nationalspieler zu werden?
Koller: "Nein, es geht auch von hier aus. Aber wer auf diesem Level spielen will, muss absolut top sein, darf sich nie ausruhen. Diese Gefahr besteht in der Bundesliga. Du denkst dir: Es geht mir gut, warum soll ich mehr tun? So ist dann halt auch der Mensch."
"Heute": Stichwort Bundesliga: Hat die überhaupt eine Zukunft?
Koller: "Wichtig wäre es, die Infrastruktur auf ein Top-Level zu bringen. Salzburg hat das, Rapid macht das gerade. Vielleicht ist das eine Initialzündung für andere. Fakt ist aber: Es muss jetzt etwas getan werden."