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Herr Strebinger, wird das eine müde Nullnummer?

Sie haben Lust auf viele Tore? Dann sollten Sie das Match Altach gegen Rapid meiden. Denn die Goalies beider Teams sind glänzend aufgelegt.

Heute Redaktion
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Wer am Samstag ein Schützenfest erleben will, ist in Altach vermutlich fehl am Platz. Rapid gastiert im Ländle – es kommt zum Duell der momentan erfolgreichsten Liga-Torhüter.

Martin Kobras hat in der laufenden Saison 86 Bälle pariert, Richard Strebinger 79. Blüht zum Auftakt der 26. Runde wirklich eine Nullnummer? Das und mehr verriet der grün-weiße Keeper im "Heute"-Gespräch.

Herr Strebinger, hat der Teamchef schon angerufen?

"Nein, bis jetzt noch nicht."

Rapid-Trainer Goran Djuricin reklamiert Sie ins Nationalteam. Wären Sie enttäuscht, wenn es wieder nicht klappt?

"Ich lass das einfach auf mich zukommen. Das Wichtigste ist ohnehin, dass man Tag für Tag an sich arbeitet. Der Rest kommt von alleine. Es freut mich aber, dass der Trainer mich für so gut befindet. Er sieht die tägliche Arbeit, er kann das noch genauer einschätzen. Ich versuche einfach alles zu halten, was auf mein Tor fliegt."

Sie wurden nach dem Salzburg-Spiel mit Lob überschüttet. Kann man sich darüber trotz 0:1-Niederlage freuen?

"Nein, das nicht. Aber man schaut natürlich schon auch auf die eigene Leistung. Als Tormann ist es doch noch einmal spezieller."

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Sie tragen seit einem Trainings-Unfall im Winter einen Kopfschutz, wie Arsenal-Goalie Petr Cech. Eine Dauerlösung?

"Ich denke schon. Ich kann mir momentan nicht vorstellen, ohne ihn zu spielen. Bis jetzt sind mir auch keine Nachteile aufgefallen."

Sie setzen auf Mental-Training. In welchen Situationen intensivieren Sie es?

"Es ist immer gleich wichtig. Ich gehe nicht nur hin, wenn es mir schlecht geht, oder wenn ich in einer Partie Fehler gemacht habe. Es ist wie ein normales Training. Das läuft auch normal weiter, egal, wie das Spiel ausgegangen ist.

Wie funktioniert es konkret?

"Es werden immer wieder neue Themen aufgegriffen, neue Spielszenen rausgenommen. Die Mental-Trainerin sieht mich aber als ganzen Menschen, nicht nur als Fußballer. Wir versuchen herauszufinden, wie Privates mit dem Sport zusammenhängt, wie man sich besser entspannen kann. Es ist ein ganzheitliches Konzept und für mich eine sehr gute Sache."

Ihr Vertrag wurde im Winter vorzeitig verlängert. Wichtig für den Kopf?

"Es ist ein gegenseitiges Zeichen. Der Verein honoriert meine Leistung – und ich zeige, dass ich mich hier wohl fühle. Ich will mit dem Verein etwas erreichen, ich will Titel holen. Natürlich ist es gerade in der Meisterschaft sehr schwer, weil es Red Bull gibt. Aber auf Dauer muss es das Ziel sein, Meister zu werden."

Am Samstag ist Rapid in Altach zu Gast. Martin Kobras hält bei 86 Paraden, führt das Ranking an. Sie liegen mit 79 Saves auf Rang zwei. Droht eine Nullnummer?

"Viele Tore werden wir wahrscheinlich nicht sehen. Hoffentlich aber zumindest für uns eines mehr als für Altach. Dass Kobras eine sehr gute Saison spielt, ist mir auch aufgefallen. Altach ist im Umschaltspiel recht anfällig, deshalb kommt er oft zu Situationen, in denen er sich auszeichnen kann. Er behält meist die Ruhe."

Auch Sie behalten oft die Ruhe, vor allem in Eins-gegen-Eins Situationen. Kann man sich auf diese Dinge vorbereiten?

"Ich trainiere das schon. Oft nach dem Training mit unseren Stürmern. Ich spiele zum Beispiel die Stürmer scharf 20 Meter vor dem Tor an. Sie müssen den Ball kontrollieren und gehen dann im Eins-gegen-Eins auf mich drauf. Ich denke, das Glück kann man ziemlich reduzieren. Man kann frühzeitig erkennen, was ein Spieler vor hat. Will er vorbeigehen, will er durch die Beine schießen, was auch immer. Das ist zu sehen, wenn man es trainiert."

Sie wissen also, was der Gegenspieler im Schilde führt?

"Es kommt natürlich auch auf den Spieler an. Einige in der Liga sind schwerer auszurechnen. Aber deshalb trainieren wir es ja. Wenn ich gegen unsere Offensivspieler im Training halte, gibt mir das Selbstvertrauen."

In Altach hat Rapid seit fünf Spielen nicht gewonnen. Was macht es so schwer im Ländle?

"Das ist schwer zu erklären. Wir sollten einfach drei Punkte am Samstag holen, dann wird uns diese Frage nicht mehr gestellt."

Ist Rang zwei das erklärte Ziel?

"Jetzt über Platzierungen zu sprechen, bringt nichts. Es ist einfach wichtig, die nächsten Spiele zu gewinnen. Jetzt haben wir einige Pflichtaufgaben vor uns. Danach reden wir weiter."