An diesen Fehlgriff wird sich Peter Niemeyer von Hertha Berlin noch lange erinnern: Nicht jeder kommt ungeschoren davon, einer fremden Frau - dazu noch einer Schiedsrichterin mit Zivilberuf Polizistin - einfach so an die Brust zu fassen. Sie nahm es aber mit Humor.
Das Spiel der zweiten deutschen Bundesliga zwischen Hertha BSC und Alemannia Aachen war eigentlich zum Einschlafen. Bis auf eine Szene in der 55. Minute, die wohl allen Beteiligten und Zusehern lange in Erinnerung bleiben wird.
Die 31-jährige Bibiana Steinhaus ist Deutschlands einzige Schiedsrichterin und durfte gestern ihr erstes Live-Spiel im Fernsehen pfeifen. Doch damit hat sie sicherlich nicht gerechnet: Herthas Peter Niemeyer strich ihr plötzlich über die linke Brust. Doch schnell war klar, dass es sich nur um ein Versehen des Mittelfeldspielers handelte - denn beide hatten nur Augen für den Ball.
Unterhaltung fürs Publikum
Niemeyer nach dem Spiel: "Sie stand ein wenig weiter weg als gedacht, ich wollte ihr einen Schulterklaps geben. Aber man muss die Zuschauer auch ein wenig unterhalten..." Steinhaus blickte zwar zuerst völlig verdutzt und rückte alles wieder zurecht, konnte sich das Lachen aber selber nicht verkneifen. Niemeyer entschuldigte sich sofort.
Wie es sich für eine Dame gehört, wollte Frau Schiedsrichter den Vorfall nicht kommentieren. Zum Spiel, dass sie fest im Griff hatte, meinte sie nur knapp: "Es war nett."