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Heute-Interview: "Diabetes? Das kann mich nicht aufh...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:12

Weihnachtsspiel im Zeichen einer schweren Krankheit! Wenn die Caps am Sonntag den KAC empfangen, dreht sich alles um Diabetes. 600.000 Österreicher sind zuckerkrank, ebenso Caps-Crack Taylor Vause. Ich habe gelernt, es zu kontrollieren, verrät er Heute. Zwölf Mal täglich misst er die Blutwerte. Bei Spielen in der Drittelpause. Eine Pumpe am Körper liefert Insulin. So ist das Leben als Eishockey-Profi kein Problem. Vause ist nebenbei Trikot-Designer. Seine für die Partie entworfenen Jerseys werden zu Gunsten diabeteskranker Kinder versteigert. Hier das komplette Interview:

Weihnachtsspiel im Zeichen einer schweren Krankheit! Wenn die . 600.000 Österreicher sind zuckerkrank, ebenso Caps-Crack Taylor Vause. "Ich habe gelernt, es zu kontrollieren", verrät er "Heute". Zwölf Mal täglich misst er die Blutwerte. "Bei Spielen in der Drittelpause." Eine Pumpe am Körper liefert Insulin. "So ist das Leben als Eishockey-Profi kein Problem." Vause ist nebenbei Trikot-Designer. Seine für die Partie entworfenen Jerseys werden zu Gunsten diabeteskranker Kinder versteigert. Hier das komplette Interview:
Taylor, bei dir wurde 2009 Diabetes Typ 1 festgestellt. Du musst täglich 58 Einheiten Insulin zu dir nehmen. Wie sieht der Alltag eines Eishockey-Cracks mit dieser Diagnose aus?

Mein Tag beginnt schon am Abend des Vortags. Ich trage eine Insulin-Pumpe am Körper, die ich je nach körperlicher Belastung und meinen Blutwerten einstellen muss. Außerdem muss ich in regelmäßigen Abständen meine Zuckerwerte messen und wenn nötig darauf reagieren.

 

Wie lässt sich das mit dem Leben als Eishockey-Profi vereinbaren?

Das geht eigentlich ganz gut. Im Training mache ich nach etwa einer halben Stunde eine kurze Pause, um meinen Zuckerwert zu messen. Während der Matches passiert das in den Drittelpausen, die fallen dafür sogar ganz günstig. Insgesamt muss ich sie acht bis zwölf Mal am Tag messen. Außerdem habe ich immer eine Flasche Saft bei mir, meistens Apfelsaft. Damit kann ich kurzfristig ganz gut reagieren, wenn es notwendig sein sollte.

 

Wissen deine Teamkollegen bescheid? Hast du ihnen gesagt, was sie im Notfall zu tun haben?

Klar, meine Teamkollegen wissen bescheid. Es macht keinen Sinn, nicht darüber zu reden. Aber zum Glück ist es bis jetzt noch nie soweit gekommen, dass ich einen Notfall gehabt hätte. Ich kann ziemlich gut damit umgehen, habe meine Werte gut im Griff.

 

Wie wirkt sich der Spielplan bzw. die körperliche Belastung auf deinen Zustand aus?

Natürlich hat es eine Auswirkung, wenn ich meinen Körper mehr belasten muss. Aber darauf muss ich eben jeden Tag neu reagieren. Inzwischen bin ich total daran gewöhnt, denke kaum mehr darüber nach. Das ist eben mein Alltag.

 

War deine Karriere jemals in Gefahr? Und gibt es irgendeinen positiven Aspekt, den du deiner Situation abgewinnen kannst?

Klar, am Anfang habe ich gedacht, ich müsste meine Karriere beenden. Je mehr ich über Diabetes gelernt habe desto mehr habe ich herausgefunden, dass man die Krankheit kontrollieren kann. Deswegen konnte ich weiter meinem Traum, Eishockey-Profi zu sein, nachgehen. Es ist wichtig, über das Thema zu reden, Hilfe anzunehmen und das Wissen zu teilen. Insofern ist es etwas positives, dass ich den Menschen zeigen kann, was trotz Diabetes möglich ist.

 

Am 11. Dezember steigt das Weihnachtsspiel der Capitals gegen den KAC zu Gunsten diabeteskranker Kinder. Dabei werden die Caps spezielle, von dir entworfene Trikots tragen. Bist du ein Hobby-Designer?

Es hat als Hobby begonnen, als ich zehn Jahre alt war. Inzwischen habe ich meinen eigenen Design-Business aufgezogen. Ich habe Trikots für Teams in Texas und Colorado entworfen, jetzt auch eines für die Capitals. Mir gefällt das gut. Wenn die Profi-Karriere vorbei ist wäre es super, wenn ich damit weitermachen könnte.

 

Hast du nie darüber nachgedacht, den Eishockey-Schläger ins Eck zu stellen und einen Beruf zu ergreifen, der zu deinem ungewöhnlichen Alltag weniger fordern ist?

Klar habe ich darüber nachgedacht. Aber jetzt denke ich mir: wieso sollte ich? Diabetes hält mich nicht auf. Das ist einfach ein Teil meiner Persönlichkeit. Inzwischen kann ich mir kaum noch vorstellen, ohne dem zu leben.

 

I'm excited to officially unveil my
— Taylor Vause (@wizardofvause)

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