Da wurde Bahrain-Trainer Josef Hickersberger offenbar an der Nase herumgeführt. Seine Jungs spielten offenbar unlängst nicht wie geglaubt gegen Togo, sondern gegen eine "Geistermannschaft". Denn der Verband des afrikanischen Landes weiß nichts von einem Testspiel.
Nicht die Besten, aber die Richtigen, hieß Hickersbergers Motto bei der Heim-EM. Als seine jetzige Mannschaft, das Nationalteam von Bahrain, in einem Testspiel auf Togo traf, waren hingegen die gegnerischen Fußballer nicht die richtigen. Die Spieler, die an diesem Match teilgenommen haben, waren nicht echt. Wir haben kein Team nach Bahrain geschickt. Die Spieler sind uns unbekannt, sagte Seiyi Memene, der Interimspräsident des togoischen Fußball-Verbandes.
Während Togo vom Spiel nichts wissen will, hat der Verband von Bahrain zwei Briefe von den Gästen erhalten. Scheich Ali bin Khalifa al-Khalifa, Vizepräsident des Verbandes von Bahrain, glaubt, dass ein Streit zwischen Togos Sportministerium und Fußballverband die mysteriöse Angelegenheit ausgelöst hat. Seine Bitte an die FIFA, den Fall zu untersuchen, lehnte der Weltverband ab, da es sich um ein inoffizielles Spiel handelt. Bahrain ermittelt nun gegen eine Firma aus Singapur, die das Spiel größtenteils gesponsort hat.
Reihe an Skandalen
Togo sorgt nicht zum ersten Mal abseits des Platzes für Aufsehen. 2009 hatte die Nationalmannschaft in der Qualifikation für den Africa-Cup einen gesperrten Spieler eingesetzt. In diesem Jahr waren vor Beginn des Afrikacups zwei Offizielle und ein Fahrer des Teams getötet worden. Daraufhin zog sich Togo auf Wunsch der Regierung vom Bewerb zurück und wurde vom afrikanischen Verband für die nächsten zwei Turniere gesperrt. Die FIFA bewirkte später die Aufhebung der Strafe.