Während Espresso vielerorts immer teurer wird, hält eine kleine Bar im norditalienischen Biella seit Jahrzehnten an ihrem Preis fest. Im "Fante di Cuori" in Cossato kostet die Tasse noch immer nur 70 Cent.
Rosina Furiati und Orlando Paldino haben den Preis praktisch seit der Euro-Einführung nicht verändert. 1999 wurden für einen Espresso 1500 Lire verlangt, danach waren es 70 Cent – und dabei blieb es bis heute, berichtet "La Stampa".
Zum Vergleich: In der Provinz Biella kostet ein Espresso im Schnitt rund 1,30 Euro. Die Betreiber sprechen bei ihren 70 Cent von einem "politischen Preis". Er soll für Gastfreundschaft stehen und Beschäftigten entgegenkommen, die morgens auf dem Weg zur Arbeit vorbeischauen.
Früher trafen sich in der Bar Arbeiter vor Schichtbeginn. "Man muss bereit sein, diejenigen zufriedenzustellen, die dann die Fabrik betreten oder zur Firma gehen", sagt Rosina. Trotz geschlossener Fabriken und des unter Druck stehenden Handels sind viele Stammgäste geblieben.
Auch die gestiegenen Kosten ändern nichts am Plan des Ehepaars. "Die Lebenshaltungskosten haben sich radikal verändert, die hohen Rechnungen haben uns ebenfalls beeinflusst, aber wir haben nicht vor, den Preis zu ändern, ohne die Qualität zu opfern. Solange mein Mann und ich hier sind, bleibt der Preis unverändert", macht die Barbesitzerin deutlich.
Italienweit ist der durchschnittliche Espresso-Preis seit 2021 laut "Stol.it" um 24,2 Prozent gestiegen. Am teuersten ist er derzeit in Bozen mit durchschnittlich 1,51 Euro, am günstigsten in Messina mit 1,06 Euro.
In Deutschland kostet ein Espresso durchschnittlich zwei bis drei Euro. Laut "Falstaff" liegt die Schmerzgrenze bei der Zahlungsbereitschaft bei 4,50 Euro.