Forschung und Entwicklung werden in Oberösterreich großgeschrieben. Als Industrie-Hotspot hat das Land besonders viele Unternehmensschwergewichte, die mit Investitionen in neue Technologien von sich reden machen.
Die Herausforderungen sind groß: Energie muss klimafreundlicher werden, Fahrzeuge werden elektrisch, Produktionsanlagen digitaler, und künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug. Forschung an innovativen Technologien und deren Umsetzung finden dabei oft direkt in den Unternehmen statt. So stellt die voestalpine ihre Stahlproduktion mit "Greentec Steel" schrittweise um. Statt ausschließlich auf kohleintensive Hochöfen zu setzen, errichtet der Konzern in Linz und Donawitz (Steiermark) zwei Elektrolichtbogenöfen.
Rund 1,5 Mrd. Euro werden investiert. Im ersten Halbjahr 2027 soll in Linz der erste neue Ofen in Betrieb gehen. Damit soll künftig Stahl mit deutlich kleinerem CO2-Fußabdruck produziert werden. Auch das BMW-Werk Steyr ist auf Innovation getrimmt. Bekannt für Verbrennermotoren, werden dort seit 2025 auch vollelektrische Antriebe in Serie produziert. Bis 2030 investiert BMW rund 1 Mrd. Euro in den Standort.
Seit Juli 2026 laufen E-Motoren in Steyr im Zweischichtbetrieb vom Band. Dass Innovation nicht immer bei einem Milliardenkonzern beginnt, beweist Kreisel Electric. Das Unternehmen der Brüder Johann, Markus und Philipp Kreisel wurde mit eigenen Hochleistungsbatteriesystemen international bekannt. Der US-Landmaschinenriese John Deere stieg ein. Die Kreisel-Technologie aus dem Mühlviertel ist inzwischen auf mehreren Kontinenten im Einsatz.
Oberösterreich wird als Urlaubsziel immer beliebter. Berge, Seen, Städte und Kulinarik sorgen längst nicht mehr nur in den klassischen Ferienzeiten für volle Betten. Die Strategie des Landes ist klar: weg von der Konzentration auf einzelne Hochsaisonen, hin zu einem starken Ganzjahrestourismus.
Die steigende Nachfrage nach Urlaub in OÖ zeigte sich auch heuer im Sommer. Allein im Juli wurden 467.000 Gästeankünfte (+13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und knapp 1,3 Mio. Übernachtungen (+9,3 Prozent) verzeichnet. Starke Zuwächse gab es vor allem bei Urlaubern aus dem Ausland. Ein Trumpf ist die Kombination aus Bergen und Seen.
Wandern steht bei zwei Dritteln der Sommergäste am Programm, mehr als die Hälfte nutzt die Seen zum Baden. 27 Prozent steigen aufs Rad – die Möglichkeiten zum Radfahren und Mountainbiken sollen in allen sieben Tourismusregionen Oberösterreichs stärker ausgebaut werden. Mit dem großen Angebot an Festivals sei OÖ zudem ein attraktives Ziel für Städte- und Kultururlaube, erklärt Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP).