Neues Buch "Dr. Katze"

Hilfe auf Samtpfoten: Schnurren gegen Seelenschmerz

Im Kinderhospiz Lichtblickhof bei Wien helfen Katzen traumatisierten Kindern. Ein neues Buch zeigt: Stubentiger sind echte Therapeuten auf vier Pfoten
Thomas Peterthalner
23.11.2025, 21:37
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Katzen schnurren nicht nur zum Spaß – sie können auch heilen. Das zeigen die beiden Wiener Psychotherapeutinnen Roswitha Zink und Renate Deimel in ihrem neuen Buch "Dr. Katze – Therapie auf samtenen Pfoten" (EcoWing Verlag). Gemeinsam mit der Schweizer Expertin Karin Hediger beleuchten sie die verblüffende Wirkung von Katzen auf Menschen – und wie Samtpfoten bei seelischen Problemen helfen können.

Katzen helfen Kindern

Die Autorinnen arbeiten am Lichtblickhof, einem Kinderhospiz in Wien, das für seine tiergestützte Therapie bekannt ist. Pferde, Esel, Hunde – und seit einiger Zeit auch Katzen helfen dort Kindern in schweren Lebensphasen.

Katzen spüren Stimmung

Katzen spüren, wenn es jemandem schlecht geht. Sie sind Meister der Wahrnehmung, erkennen Stimmungen, reagieren auf feinste Signale – und suchen oft gezielt den Kontakt zu jenen, die Hilfe brauchen, so die Autorinnen.

Schnurren beruhigt, streicheln hilft

Wissenschaftlich fundiert und mit vielen bewegenden Fallgeschichten zeigen die Autorinnen, was viele Katzenbesitzer längst ahnen: Schnurren beruhigt, streicheln hilft – und die Nähe zu Katzen kann sogar die Gehirnaktivität positiv beeinflussen. Besonders bei Frauen zeigten Studien eine deutlich erhöhte Aktivierung des Gehirns bei dem Kontakt mit einer Katze.

Neues Buch "Dr. Katze" ist im Buchhandel erhältlich.
Martin Kreil/Verlag

Samtpfoten reagieren auf Stimme

Neueste Forschung zeigt zudem: Katzen sind gar keine Einzelgänger, sondern besitzen ein feines soziales Gedächtnis. Sie erkennen Menschen auch nach längerer Zeit wieder und passen ihr Verhalten individuell an. Damit sind sie, so die Forscher, auch für die Therapie bestens geeignet. Auch in der Kommunikation zeigen sich die Samtpfoten anpassungsfähig. Katzen reagieren besser auf eine hohe, kindlich-modulierte Stimme – ähnlich wie Babys. Die sogenannte "Haustiersprache" wirkt auf Katzen besonders einladend.

Autorin Renate Deimel mit Katz' und Hund.
Sabine Scholl/EcoWing

Katzen können heilend wirken

Die Autorinnen verbinden in ihrem Werk persönliche Erfahrungen mit fundierten Studien – etwa zur Wirkung des Schnurrens: Es liegt im Frequenzbereich zwischen 20 und 150 Hertz und kann bei Menschen nachweislich beruhigend, sogar heilend wirken.

Helfen, Ängste abzubauen

Am Lichtblickhof lebt eine Handvoll solcher tierischen Therapeuten. Sie gehen auf kranke Kinder zu, legen sich zu ihnen, lassen Nähe zu, ohne aufdringlich zu sein. "Gerade in Momenten, in denen menschliche Worte versagen, geben Tiere Halt – Katzen ganz besonders", so Deimel. Sie helfen den Kindern, Ängste abzubauen, geben ihnen Kontrolle über Nähe und Distanz zurück und wirken damit heilend auf die Seele – mehr dazu im neuen Buch "Dr. Katze" – erhältlich um 24 Euro im Buchhandel.

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